Ohne Stecknadeln, aber mit Köpfchen

13. Treffen der IG EUSka Bund in Karlsruhe

Beim 13 Treffen der IG EUSka Bund in Karlsruhe zum Jubiläum blickten die Teilnehmer auf zehn erfolgreiche Jahre zurück und diskutierten die Herausforderungen der Zukunft.

Seit 2002 engagiert sich die PTV Group mit der elektronischen Unfalltypen-Steckkarte EUSKA für die Verkehrssicherheit. Ein Engagement, das maßgeblich durch die enge und gute Zusammenarbeit mit der Polizei charakterisiert ist.

Vor zehn Jahren startete die Zusammenarbeit mit der Polizei, um landesweit die Verkehrssicherheitsarbeit mit EUSKA zu modernisieren. Damals stieg Thüringen als erstes Bundesland ein: Vorbei waren die Zeiten großformatiger Landkarten, unhandlicher Unfalldatenarchive und der mühsamen Datenweitergabe in Papierform. Die Stecknadeln zur Unfalltypenkennzeichnung wurden damit ebenfalls überflüssig. Denn alle nötigen Daten standen nun kompakt im Rechner zur Verfügung – ein enormer Fortschritt.

In der Datenbank sind die Unfalldaten direkt mit der digitalen Straßenkarte verknüpft. So können sie von der Polizei sekundenschnell analysiert und durch entsprechende Filter thematische Karten generiert werden. Mit deren Hilfe lassen sich Systematiken im Unfallgeschehen erkennen. Bei der Analyse der Unfalldaten geht es vor allem darum, Ursachen in der Infrastruktur bzw. Auffälligkeiten aufzudecken. Ereignen sich beispielsweise an bestimmten Stellen besonders viele Unfälle in Zusammenhang mit Nässe oder Winterglätte, kann dies auf ein Problem mit der Fahrbahndecke hindeuten. Falls dem so ist, lassen sich entsprechende Maßnahmen ergreifen und ihre Wirkung auf das nachfolgende Unfallgeschehen in EUSKA weiter verfolgen. Inzwischen geht EUSKA weit über die Funktionalität der Unfalltypenkarte hinaus, so können etwa automatisch Häufungen von Unfällen im Datenbestand gesucht werden, was die Arbeit der dafür zuständigen Unfallkommissionen wesentlich effizienter macht.

2006 gründete sich die IG EUSKA Bund. Dieser Interessengemeinschaft auf Bundesebene gehören elf Bundesländer an, die die Software inzwischen nutzen. Auch die Unfallforschung der Versicherer ist ständiges Mitglied. Die IG EUSKA Bund konsolidiert die Anforderungen an die Software, um so zur Weiterentwicklung beizutragen. Auf ihrer 13. Sitzung Mitte April dieses Jahres im PTV-Haus in Karlsruhe diskutierten die Mitglieder über die Herausforderungen der Zukunft. Andre Münch, Director Traffic Safety: „EUSKA hat sich als Standardanalysewerkzeug bei der Polizei etabliert und wird auch bereits in einigen größeren Städten wie Frankfurt oder Dresden und in kleineren Kommunen genutzt. Weltweit erhält Verkehrssicherheitsarbeit eine immer höhere Priorität, besonders in Ländern mit schnell steigender Motorisierung wie China und Indien. Deshalb will die PTV Group international ein ähnliches Tool anbieten, um so einen wertvollen Beitrag zu mehr Sicherheit auf den Straßen zu leisten.“

Heute ist EUSKA mit über 500 Installationen in elf Bundesländern im Einsatz. Das bedeutet: Mehr als 1.000 Anwender analysieren auf diese Weise 70 Prozent der polizeilich erfassten Unfalldaten.

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