Fabrik für gute Ideen

Foto eines Güterzugs

Das auf vier Jahre angelegte Projekt BESTFACT (Januar 2012 bis Dezember 2015) wird im 7. Rahmenprogramm der EU finanziert. 18 Partner sind daran beteiligt, koordiniert wird es von der PTV.

Das EU-Projekt BESTFACT – der Name steht für Best Practice Factory for Freight Transport – sammelt, entwickelt, evaluiert und verbreitet gute Ideen für Citylogistik, Grüne Logistik und Ko-Modalität sowie für eFreight.

Die Rahmenbedingungen in der Transportlogistik sind nicht ideal: Wettbewerbsdruck, zum Teil erhebliche infrastrukturelle Unterschiede innerhalb der EU, steigende Treibstoffpreise und schädliche Umwelteinflüsse. Es gibt gute Ideen und Lösungen – nur: Keiner kennt sie. „Wir wollen die Akteure aus Industrie und Politik zusammenbringen, ein Bewusstsein für die Probleme schaffen und mit der Verbreitung und Implementierung von Best-Practice-Beispielen die umweltschädigenden Einflüsse senken“, sagt Projektkoordinator Marcel Huschebeck, PTV Group.

Die Kriterien, nach denen bestimmte Initiativen als Best-Practice-Beispiele aufgenommen werden, basieren auf den Erfahrungen aus früheren Projekten, wie PROMIT, BESTUFS oder SUGAR, die sich bereits mit Aspekten der Thematik befasst haben. Übertragbarkeit ist eines dieser Kriterien. „Was nützt das beste Beispiel, wenn es für andere europäische Städte oder Unternehmen ungeeignet ist oder dessen Wirksamkeit nicht nachgewiesen wurde? Wir brauchen Ideen, die für verschiedene Akteure praktikabel und effektiv sind“, so Huschebeck. Ziel ist es, 150 Fallbeispiele zu sammeln. Davon werden 60 detailliert analysiert. Zudem werden mindestens sieben Lösungsansätze finanziell unterstützt und europaweit promotet.

Der Workshop zum Thema Citylogistik Ende 2012 in Brüssel präsentierte bereits etliche gute Ideen: Ecopostale, der erste belgische emissionsfreie Post-Service, vermeidet CO2 durch den Einsatz einer grünen Flotte aus Fahrrädern, Frachträdern und E-Lieferwagen. Einen ähnlichen Weg geht Distripolis in Paris, wo 75 Elektrofahrzeuge und 56 Dreiräder 5.500 Belieferungen pro Tag bewältigen. Die iLadezone in Wien verwendet eine preiswerte und verlässliche Technologie, die Lkws darüber informiert, ob eine bestimmte Ladezone derzeit frei ist.

Die Wissensplattform auf der BESTFACT-Website www.bestfact.net sammelt diese und weitere Fallbeispiele und stellt zusätzliche Instrumente bereit, die nachhaltige Transportlösungen unterstützen. Die Website versteht sich als virtueller Treffpunkt, bei dem sich die Beteiligten gegenseitig unterstützen, innovative Strategien für eine wettbewerbs- und zukunftsfähige Transportlogistik umzusetzen. „Derzeit bereiten wir die Ausschreibung des Best Practice Awards 2013 vor. Er wird an das jeweils beste Fallbeispiel in den drei Clustern Citylogistik, Grüne Logistik und Ko-Modalität sowie eFreight verliehen. Damit soll auch das Interesse der Fracht- und Logistikbranche für die Umsetzung solcher Best Practices im eigenen Unternehmen geweckt werden“, berichtet Huschebeck.