Neu zur transport logistic: Synchromodale Tourenplanung

Die Grafik erläutert die Charakteristika von Sychncromodalität

Die Charakteristika von Synchromodalität

Synchromodalität wird Wirklichkeit. Dabei werden Logistikprozesse nicht nur über verschiedene Verkehrsträger hinweg oder entlang der kompletten Supply Chain optimiert, sondern über das gesamte Transportnetzwerk. Bei der synchromodalen Tourenplanung wird automatisch das richtige Verkehrsmittel zur richtigen Zeit gewählt, um so neue Einsparspotenziale zu erschließen. Die Softwareanbieter PTV und Ixolution stellten auf der Messe transport logistic im Juni in München den ersten automatischen intermodalen Routenplaner als Messeneuheit vor.

Die internationale Logistik ist weiter auf dem Vormarsch. Im Mai öffnete mit Maasvlakte 2 ein neuer Hafen in Rotterdam. Er vergrößert das Hafengebiet um 20 Prozent und leitet eine neue Ära für die internationale Schifffahrt und den Handel ein. Für die Bewältigung des zusätzlichen Handelsaufkommens ist eine gut vernetzte Infrastruktur, insbesondere zwischen den Niederlanden und Deutschland unerlässlich. Sie rückt immer näher zusammen, z. B. mit dem Duisburger Binnenhafen, der Verflechtung mit den Seehäfen und mit der Anbindung der Verkehrsträger Bahn, Schiff und Lkw für den Hinterlandverkehr. Es gilt, für die in den Häfen eingetroffenen Güter über die vielen Verbindungen der geschaffenen Verkehrsinfrastruktur einen kosteneffizienten Weg in alle Winkel Europas und der Welt zu finden. Dies betrifft nicht nur See- und Flughäfen, sondern alle internationale Umschlagplätze weltweit.

Wie kann sich ein Logistikdienstleister diesen neuen Herausforderungen stellen? Wie bleibt er wettbewerbsfähig? Die Nachfrage nach Lösungen, die dabei helfen, verkehrsmittelübergreifend Transporte zu planen, steigt. Verschiedene Forschungsprojekte, wie iCargo oder Modulushca, beschäftigen sich schon seit Jahren mit dem Thema intermodaler Transport. Die Karlsruher Softwareschmiede PTV ist von Anfang an mit dabei. Gemeinsam mit dem holländischen TMS-Anbieter Ixolution, Zwijndrecht, präsentiert sie jetzt erstmals eine voll integrierte Lösung, die nicht nur intermodal, sondern synchromodal Transporte analysieren und optimieren kann.

Der Vorteil der Synchromodalität

Logistikprozesse werden zunehmend integriert behandelt. Dienstleister in der Transportlogistik sind an jeder Stellschraube interessiert, mit der sich Transportkosten verringern lassen. Eine übergreifende Betrachtungsweise über alle Transportmodi liefert neue Einsparungspotenziale. So geht die Entwicklung von Transporten mit einem einzelnen Verkehrsträger über komodalen zu multimodalen Transporten jetzt weiter zu synchromodalen Ansätzen, bei denen innerhalb des kompletten Transportnetzwerks die günstigste Kombination zur richtigen Zeit ausgewählt wird (s. Schaubild).

 

„Die Nachfrage nach der passenden IT-Unterstützung für intermodale Transporte ist schon lange da. Jetzt ist erstmals eine passende Softwarelösung dafür erhältlich, die automatisch und übergreifend die besten Transportwege ermittelt“, erläutert Matthias Hormuth, Vice President Logistics Research & Projects bei PTV Group.

„Unsere Kunden fordern mehr Intelligenz und Optimierungsmöglichkeiten in Transport-Management-Systemen (TMS)“, verdeutlicht Jasper van Schelven, Verkaufsleiter bei Ixolution. Dabei sollen TMS und die Planungssysteme (APS = Advanced Planning Systems) Hand in Hand zusammenarbeiten, um durchgängige Prozesse beleuchten zu können. „Der Trend geht eindeutig zu integrierten Lösungen, in denen Transportmanagementsysteme und Planungssysteme immer näher zusammenwachsen.“

Die neue Softwarelösung auf einen Blick

IXSuite heißt die TMS-Lösung von Ixolution (vormals Cat4Suite von GreenCat). Neben den Softwarekomponenten von PTV für die Tourenplanung und die Kartendarstellung steht jetzt auch voll integriert PTV-Technologie für die intermodale Routenplanung als Zusatzmodul in einer Standardlösung zur Verfügung. Die synchromodale Tourenplanung wird mit der IXSuite zur Wirklichkeit. Diese beginnt bei der Angebotserstellung, läuft während der Planung und unterstützt den Disponenten auch bei der operativen Ausführung. Bei notwendigen Änderungen erfolgt automatisch eine neue übergreifende Routenberechnung. Die erste umgesetzte Pilotanwendung gibt es an den Messeständen der beiden beteiligten Firmen zu sehen (PTV Group B2/405/502, Ixolution B2/122). Ab Juni gehen die ersten bereits angefragten Kundenprojekte in die konkrete Umsetzung.

Die neue Softwarekomponente von PTV bringt schon jede Menge Basisinformationen rund um intermodale Transporte, wie Terminal- und Netzdaten, mit sich. Jeder Kunde hat zudem sein eigenes Netzwerk mit Dienstleistern für den Waren- und Seetransport. Diese eigenen Daten, wie Kosten- und Fahrpläne, kann der Anwender voll integrieren. Damit hat er eine umfassende Informationsplattform zur Optimierung seiner Transporte zur Verfügung. Je internationaler und je grenzübergreifender die Transportlogistik aufgesetzt ist, desto schneller rechnet sich die Investition in die Software.

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