Grenzüberschreitender ÖV

Grenzüberschreitende Mobilität

Grenzüberschreitende Mobilität

Wie lässt sich der öffentliche Verkehr stärken? Was braucht es, um die Möglichkeiten der Mobilität besser auszuschöpfen? Diese Frage beantwortet nun eine grenzüberschreitende Studie der PTV und der ProgTrans. Auftraggeber war der Trinationale Eurodistrict Basel (TEB).

Die Verkehrsexperten untersuchten und beurteilten ein Bündel von Maßnahmen, die das Angebot des ÖV inklusive Umsteigemöglichkeiten verbessern und dadurch eine Alternative zum Pkw bieten. Dazu zählen neue grenzüberschreitenden Tramverbindungen sowie der Ausbau von Parkmöglichkeiten für Pkws und Radfahrer an den S-Bahnhaltestellen der Region. Die Planungsaufgabe war, das ÖPNV-Grundnetz für das Jahr 2030 zu entwickeln. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse steht zum Download zur Verfügung.

Um einen Überblick über die grenzüberschreitende Mobilität zu erhalten, wurden Verkehrszählungen und Befragungen im grenzüberschreitenden Verkehr durchgeführt. Erhoben wurde das Mobilitätsverhalten der Haushalte, der Quell- und Zielverkehr des motorisierten Individualverkehrs und des öffentlichen Verkehrs sowie die Nutzung von Park-and-Ride- (P+R) sowie Bike-and-Ride-Anlagen (B+R). Ein beachtliches Ergebnis: Mehr als 150.000 Grenzübertritte finden pro Tag allein in Richtung Schweiz statt. „Als größten Hebel für das neue ÖV-Konzept haben wir den Bau des Herzstücks und den Ausbau des regionalen S-Bahnnetzes identifiziert“, verdeutlicht Projektingenieurin Dr. Birgit Dugge.

Ein prognosefähiges Nachfragemodell

Um die Wirkung von Maßnahmen zu prüfen, wurde ein Nachfragemodell genutzt. Hierfür wurde ein vorhandenes EMME-Nachfragemodell in ein PTV Visum-Modell transformiert sowie mit den Angebotsdaten und den Erhebungsinformationen aktualisiert. Anschließend wurde mit dem Modell die verkehrliche Wirkung verschiedener Einzelmaßnahmen und Maßnahmenbündel prognostiziert.

Aus den Prognoseergebnissen wurde eine Liste von Maßnahmen abgeleitet, die nachweislich eine positive Wirkung auf die Nachfrage des grenzüberschreitenden ÖV haben. Neben der Prognose wurde für die Bahnhöfe in Frankreich und Deutschland eine Abschätzung für den zukünftigen Bedarf an P+R- bzw. B+R–Plätzen durchgeführt.

Der Trinationale Eurodistrict Basel

Der Trinationale Eurodistrict Basel (TEB) ist die Plattform der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der trinationalen Agglomeration Basel. Der TEB wurde 2007 von schweizerischern, deutschen und französischen Gebietskörperschaften als Verein gegründet. Zu seinen thematischen Schwerpunkten zählen Raumplanung, Verkehr und Bürgerbegegnungsprojekte. Das vorgestellte Projekt wurde vom TEB geführt und im Jahr 2011 vergeben. Finanziert wurde es von der Europäischen Union (INTERREG IV), der Schweizerischen Eidgenossenschaft sowie von 25 TEB-Mitgliedern.

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