Rendezvous an der Rampe – neuer Dienst!

PTV Drive&Arrive, die neue Lösung für die dynamische Optimierung der Lieferkette.

PTV Drive&Arrive, die neue Lösung für die dynamische Optimierung der Lieferkette.

Cloud-basiert und aktuell von der PTV Group entwickelt:
PTV Drive&Arrive stellt allen Beteiligten der logistischen Lieferkette die erwartete Ankunftszeit (ETA, Estimated Time of Arrival) von Transporten in Echtzeit zur Verfügung.Bei Verzögerungen, etwa durch Staus bei der Anfahrt, werden vom Versender über den Transportdienstleister bis zum Warenempfänger alle Teilnehmer in Echtzeit über den abweichenden Liefertermin informiert; sie können dadurch umgehend reagieren. Ziel ist eine dynamische Optimierung der Lieferkette. Sie ermöglicht Unternehmen aus Industrie, Handel und Transportlogistik eine höhere Effizienz in vor- und nachgelagerten Prozessen. Konkret lassen sich Ressourcen und damit Kosten an der Rampe einsparen, die Termintreue erhöhen und Reklamationen bzw. Sanktionen reduzieren.

Lange Wartezeiten an den Rampen sind die Regel: Nach einer Umfrage der SCI Verkehr GmbH aus 2011 beklagen 85 Prozent der befragten Transport- und Logistikunternehmen zu lange Wartezeiten an den Rampen. Gleichzeitig bemängeln insgesamt 61 Prozent der Unternehmen lange Abfertigungszeiten beim Handel. Die Internetbefragung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vom Sommer 2012 geht weiter ins Detail. Geht man von einer Akzeptanz der Wartezeiten bis zu einer Stunde aus, stellen 69 Prozent der an der Umfrage beteiligten Transportunternehmen und 56 Prozent der Industrieunternehmen Wartezeiten von mehr als einer Stunde bei Handelslagern fest – und identifizieren damit Wartezeiten als ernsthaftes wirtschaftliches Problem. Sie führen für alle Beteiligten der logistischen Lieferkette zu Zusatzkosten: Schlecht ausgelastete Ressourcen und anfallende Sanktionen bzw. Reklamationen von Kundenseite schlagen zu Buche.

Ankunftszeitprognose mit Zusatzwert

Die Ursachen sind vielfältig und lassen sich nur durch eine systemübergreifende Lösung beseitigen, die bei allen Systempartnern Akzeptanz findet. Neben Störungen auf der Straße durch Stau und Straßensperrungen sind vor allem die Einhaltung der Ruhezeiten und die damit verbundene Parkplatzsuche ausschlaggebend für Verzögerungen. Auch Umplanungen von Zeitfenstern an der Entladerampe durch technische Störungen oder Verspätungen von anderen Lieferanten führen schnell zu Verspätungen und wirken sich in der Tourenplanung meist auch auf alle weiteren Stopps aus.

Hier setzt die Neuentwicklung PTV Drive&Arrive an: Erstmals haben alle Akteure – unabhängig von ihren Vertragsbeziehungen untereinander – jederzeit denselben Informationsstand. Das bedeutet schlichtweg Transparenz für alle.

Der Dienst der PTV Group stellt eine bisher einzigartige Ankunftszeitprognose für Straßengütertransporte dar: Sie ist fahrzeugspezifisch und hinterlegt mit historischen Verkehrsinformationen sowie mit aktuellen Stau- und Sperrungsmeldungen. Außerdem berücksichtigt sie die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer. Hilfreich ist PTV Drive&Arrive aber insbesondere, weil sich der unternehmensübergreifende Informationsfluss trotz proprietärer Systeme bei den Beteiligten der Transportkette sicherstellen und beschleunigen lässt. Auf Basis der Echtzeitdaten kann der Disponent eingreifen, etwa indem er die Stoppreihenfolge ändert oder Touren neu plant. Gleichzeitig hat der Rampenbetreiber die Möglichkeit, die Ressourcen an der Entladerampe zu optimieren. Alle Maßnahmen erhöhen die Termintreue und reduzieren Kosten und Reklamationen. Zusätzlich führt das Vorgehen zu einer besseren Auslastung des Rampenpersonals, der Fahrer und der Rampen und Lkws selbst. Zudem lassen sich die Touren zu Abrechnungszwecken zurückverfolgen.

Vernetzung mit positivem Nebeneffekt

„Vernetzung ergibt sich nicht einfach, weil es unter dem Strich volkswirtschaftliche Vorteile bringt. Kooperation entsteht nur, wenn jeder einzelne Akteur einen individuellen Benefit für sich sieht“ erläutert Frank Felten, Vice President bei der PTV Group, den Grundgedanken zur Entwicklung des neuen Dienstes. „Daher ist zunächst die individuelle Sicht auf die Anforderungen der einzelnen Beteiligten wichtig. Trotz verschiedener Ziele der Akteure kommen wir bei den Anforderungen immer wieder auf zwei Punkte zurück: eine genaue und permanent aktualisierte Antwort auf die Frage ‚Wann kommt‘s denn an?‘ – und das unabhängig von Vertragsbeziehungen über die gesamte Lieferkette hinweg“, so Felten. „PTV Drive&Arrive hilft natürlich auch, das knappe Gut Verkehrsinfrastruktur effizienter zu nutzen und so negative Umweltauswirkungen zu reduzieren – das ist ein mehr als erfreulicher Nebeneffekt.“

Technische Vernetzung

Aber wie vernetzt man die Akteure möglichst einfach? „‘Consumerization of IT‘, also die Annäherung der IT an den Verbraucher, ist ein Trend der letzten zwei bis drei Jahre“, sagt Felten. „Auch unser Dienst folgt dieser Entwicklung und bedient sich der Möglichkeiten, die moderne Kommunikations-Tools, Medien und Online-Dienste heute bieten.“ Mehrere Anbieter von Transport Management Systemen haben den Dienst bereits über eine einfache Programmierschnittstelle (API) in ihre Produkte eingebunden. Daneben lassen sich die Ankunftsinformationen auch über ein Webportal und mobile Apps für Android und iOS Smartphones und Tablets beziehen.

Dynamische Transportmanagementsysteme – ein wichtiger Beitrag zur logistischen Zukunft

Im Schlussbericht der Umfrage des BMVI „Schnittstelle Rampe – Lösungen zur Vermeidung von Wartezeiten“ betonen die Autoren: „Die Teilnehmer sehen in der Prozessoptimierung über die gesamte Supply Chain vom Versand bis zum Empfang einen Ansatz mit einem hohen Lösungsbeitrag …“. Frank Felten ist dementsprechend überzeugt: „Neue, dynamische Transportmanagementdienste werden schon in Kürze wesentliche Informationsdefizite in der Transportkette schließen. Sie werden die Logistikeffizienz jedes einzelnen Unternehmens steigern aber erstmals auch unternehmensübergreifende Potenziale erschließbar machen. Wir bewegen uns von der Rampe direkt in die Zukunft der Logistik.“
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