Feingliedrig und integriert

Ein modernes, sehr feingliedriges Verkehrsmodell mit rund 600 Verkehrszellen, das alle Verkehrsmodi berücksichtigt, für die Stadt Halle - modelliert  mit PTV Visum.

Ein modernes, sehr feingliedriges Verkehrsmodell mit rund 600 Verkehrszellen, das alle Verkehrsmodi berücksichtigt, für die Stadt Halle – modelliert mit PTV Visum.

Weil das bestehende Verkehrsmodell in die Jahre gekommen war, beauftragte die Stadt Halle (Saale) das Planungsunternehmen verkehrplus GmbH mit dessen Fortschreibung. Herausgekommen ist ein modernes, sehr feingliedriges Verkehrsmodell mit rund 600 Verkehrszellen, das alle Verkehrsmodi berücksichtigt. Modelliert wurde es mit PTV Visum, der weltmarktführenden Software für die strategische Verkehrsplanung.

Blick auf den Marktplatz Foto: Stadt Halle/Saale, Pressestelle

Blick auf den Marktplatz
Foto: Stadt Halle/Saale, Pressestelle

Entweder sie sind auf Individualverkehr (IV) getrimmt oder fokussieren sich auf den öffentlichen Verkehr (ÖV). Das ist eine Aufteilung, die Emanuel Selz, Geschäftsführer der verkehrplus GmbH, bei älteren Modellen häufiger sieht. Doch insbesondere im städtischen Bereich, wo alle Verkehrsmodi sowie ihre Wechselwirkungen aufgrund der sich verändernden Mobilität mehr denn je analysiert werden möchten, ist ein integrierter Ansatz gefragt. „Darüber hinaus eröffneten sich der Stadt Halle aufgrund aktualisierter ÖV-Fahrpläne, frisch erhobener Einwohnerdaten und städtischer Bevölkerungsprognosen sowie vorher nicht verfügbarer GIS-Daten neue Möglichkeiten, die mit einem einfachen Update des bestehenden Verkehrsmodells nicht hätten ausgeschöpft werden können“, sagt Selz. Man entschied sich für einen Schnitt.

Riebeckplatz Foto: Flickr/gynti_46

Riebeckplatz
Foto: Flickr/gynti_46

Für die Neuentwicklung des Verkehrsmodells baute das Planungsunternehmen auf den bestehenden Netzen auf: „Wir haben beide Netzmodelle miteinander verschmolzen, indem wir beispielsweise die Haltestellen des ÖV-Modells über das IV-Modell gelegt haben und an den Knotenpunkten miteinander verbunden haben“, erklärt Selz. Dabei aktualisierte das Team veraltete Verortungen. „Zudem haben wir die Fahrrad- und Fußgängerwege modelliert, die im alten Modell bislang keine Beachtung gefunden hatten, die Routenwahl der Verkehrsteilnehmer aber maßgeblich beeinflussen“, berichtet der Verkehrsexperte weiter.

Als Eingangsgrößen zog verkehrplus soziodemografische Daten, Verhaltensdaten sowie Daten zum Verkehrsangebot heran. Anschließend fasste das Team auf Grundlage verschiedener Statistiken der Stadt die Bevölkerung in verkehrshomogene Gruppen zusammen, um deren Aktivitäten sowie Aktivitätenketten, wie Wohnen – Arbeiten – Freizeit – Wohnen, im Nachfragemodell abbilden zu können. Dieser Modellierungsschritt wurde mit dem Softwaremodul Visem erstellt. „Zudem haben wir Bildung und Einkaufen modelliert, wobei wir unter dem letzteren Aspekt auch Behördengänge und Arztbesuche berücksichtigt haben“, berichtet Selz. „Dafür haben wir alle örtlichen Geschäfte, Ämter mit Besuchsverkehr und medizinischen Einrichtungen verortet und die jeweilige Verkaufsraumfläche je nach Art des Geschäftes gewichtet.“ So wurde im Modell berücksichtigt, dass beispielsweise ein Discounter mehr Verkehr erzeugt als der Baumarkt um die Ecke. So aufgestellt kann die Stadt Halle nun verschiedene Szenarien zur Stadtentwicklung analysieren und bewerten.

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