Die Logistik in Zeiten des Physical Internets

Die zweite International Physical Internet Conference Anfang Juli in Paris ist eine gemeinsame Veranstaltung mit der Abschlusspräsentation des Projekts MODULUSHCA, das von der PTV Group koordiniert wurde. Foto: PTV

Die zweite International Physical Internet Conference Anfang Juli in Paris ist eine gemeinsame Veranstaltung mit der Abschlusspräsentation des Projekts MODULUSHCA, das von der PTV Group koordiniert wurde. Foto: PTV

Vom 6. bis 8. Juli findet in der Pariser Universität Mines Paris Tech die zweite International Physical Internet Conference statt. Die Konferenz ist eine gemeinsame Veranstaltung mit der Abschlusspräsentation des Projekts MODULUSHCA (Modular Logistics Units in Shared Co-modal Networks), das von der PTV Group koordiniert wurde, um die Vorteile des Physical Internets für die Transportlogistik zu zeigen.

Die Vision des Physical Internet (PI) soll eine effizientere und umweltfreundlichere Logistik ermöglichen. Dahinter steckt die Idee, dass die Verwendung standardisierter, modularer Logistikboxen und die Kooperation aller Beteiligten bei Lagerung und Transport zu einer Optimierung der gesamten Supply Chain führt. Unterschiedliche Boxengrößen erlauben eine bessere Abstimmung der Bestellmenge zwischen Hersteller und Handel. Kollaborative Logistikplanung und Transportdurchführung verbessern die Auslastung der Lkws und reduzieren Leerfahrten. Ein offenes Informationskonzept ermöglicht den Beteiligten, Sendungen über die gesamte Transportkette und alle Logistikstufen zu planen und zu verfolgen. In einem PI würden Warenbestände dezentral auf verschiedene Lagerstandorte verteilt werden, was sie an jedem Ort zeitnah verfügbar machen könnte.

Das Konzept, die Vision des Physical Internets ist es, Logistik und Transporte effizienter und flexibler zu machen. Wie Informationen im Web durch offene Kanäle gesendet werden können, um ihre Empfänger zu erreichen, sollen eines Tages Waren durch ein weltweites Logistiknetzwerk gesendet werden können.

Projekte wie das EU-Projekt MODULUSHCA testen, wie aus dieser Vision Realität werden kann. MODULUSHCA, das erste Projekt auf dem Weg zum Physical Internet, wird von der PTV koordiniert. Es analysiert die Machbarkeit offener Logistiknetzwerke, in denen Verlader und Transportdienstleister miteinander kooperieren. Standardisierte Ladungsträger (M-Boxes), in denen sich Einzelsendungen zu einer Gesamtsendung zusammenfassen lassen, wurden entwickelt und getestet. Sie sollen die Basis für ein integriertes Logistiksystem auf europäischer Ebene schaffen. Ebenfalls getestet wurde das Gesamtkonzept und einzelne Komponenten wie das Handling der Ladungsträger, die Beladung sowie ein optimales Netzwerk von Hubs. Auch Architekturen und ein IT-System zur kollaborierenden Logistik, also zur effektiven Nutzung verfügbarer Kapazitäten in Logistiknetzwerken, wurden entwickelt und werden gemeinsam mit den anderen Projektergebnisse auf der Veranstaltung präsentiert.

Weitere Themen der Konferenz sind andere relevante Initiativen wie das EU-Projekt BESTFACT (Best Practice Factory for Freight Transport), bei dem gute Ideen für City Logistik, Grüne Logistik und Ko-Modalität sowie für eFreight gesammelt, entwickelt, evaluiert und verbreitet werden. Damit bietet die Konferenz eine gute Gelegenheit, sich mit dem hochdynamischen Umfeld auf internationaler Ebene auszutauschen, Marktperspektiven zu beleuchten und Lösungen kennenzulernen.