Herausforderung für kluge Köpfe

PTV Group kürt Gewinner der VeRoLog Solver Challenge 2015 in Wien: Prof. Dr. Martin J. Geiger

PTV Group kürt Gewinner der VeRoLog Solver Challenge 2015 in Wien: Prof. Dr. Martin J. Geiger

Kluge Köpfe tagten im Juni zu wissenschaftlichen Methoden des Operations Research in Wien und kürten während der VeRoLog Conference 2015 die Gewinner der diesjährigen Solver Challenge. Die PTV Group rief gemeinsam mit der Arbeitsgruppe VeRoLog (EURO Working Group on Vehicle Routing and Logistics Optimization) zum Wettbewerb auf. Es galt, ein spezielles aus der Praxis abgeleitetes Tourenplanungsproblem zu lösen. 16 Teams aus Europa, Indien, Südamerika und Afrika nahmen die Herausforderung an. Den ersten Platz belegte Prof. Dr. Martin J. Geiger vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre der Universität der Bundeswehr Hamburg. Außer der Siegestrophäe erhielt der Gewinner 1.000 Euro als Siegprämie.

Die Arbeitsgruppe VeRoLog befasst sich mit Tourenplanung und Logistikoptimierung. Sie hat weltweit über 1.000 Mitglieder und ist Teil der EURO (Association of the European Operational Research Societies). Die Jury bestand aus dem Vorsitzenden Werner Heid, Director Logistics Components bei PTV, Prof. Dr. Karl Dörner von der Universität Wien und Prof. Dr. Daniele Vigo von der Universität Bologna. Die Problemstellung stammte wie im Vorjahr von der PTV Group.

Die Teilnehmer sollten ein spezielles Tourenplanungsproblem für organisierte Busreisen lösen. Das Problem kam aus der Praxis, war aber keineswegs Standard. Es galt eine Lösung dafür zu finden, wie Fahrgäste von verschiedenen Haltepunkten und über einen zentralen Umschlagpunkt ihre gebuchte Reise bestmöglich erreichen können bei gleichzeitiger Berücksichtigung diverser Restriktionen. Sprich: wie sie komfortabel ohne längere Umwege für sie und gleichzeitig effizient für den Busbetreiber eingesammelt werden können. Die besondere Herausforderung dieses sogenannten Coach Trip with Shuttle Service Problems (CTSSP) besteht darin, außer den Reisebussen zusätzliche, unterschiedliche Zubringerfahrzeuge geschickt einzusetzen, um das Einsammeln der Fahrgäste zu unterstützen. Dabei entstehen komplexe Tourstrukturen, die in vielen gängigen Lösungsansätzen noch gar nicht modelliert oder berechenbar sind.

Nach Ansicht des Challenge-Gewinners Prof. Dr. Geiger sind viele Planungsprobleme der Logistik aus Wissenschaftssicht nicht hinreichend gelöst. Neuere Entwicklungen wie die Berücksichtigung realer Straßennetze, die Echtzeitlösung größerer Instanzen sowie die Integration komplexer, praxisrelevanter Nebenbedingungen führten dazu, dass neue innovative Algorithmen gesucht, implementiert und getestet werden müssen. Das Problem für die VeRoLog Solver Challenge präsentiere ein solches Problem.

Das Bild  zeigt die drei Gewinner-Teams sowie die Jury der Challenge (v. l. n. r.): Prof. Dr. Karl F. Dörner. University of Vienna, Department of Business Administration, Member of Jury, Werner Heid, Chair of Jury, Prof. Dr. Martin J. Geiger, Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg, Gewinner 1. Preis, Prof. Dr. Daniele Vigo, Universität Bologna, Member of Jury, die Zweitplatzierten: Oualid Guemri und Dr. Abdelghani Bekrar, Universität Valenciennes, der Drittplatzierte Professor Vladimir Deineko,  University of Warwick, UK

Das Bild zeigt die drei Gewinner-Teams sowie die Jury der Challenge (v. l. n. r.): Prof. Dr. Karl F. Dörner. University of Vienna, Department of Business Administration, Member of Jury, Werner Heid, Chair of Jury, Prof. Dr. Martin J. Geiger, Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg, Gewinner 1. Preis, Prof. Dr. Daniele Vigo, Universität Bologna, Member of Jury, die Zweitplatzierten: Oualid Guemri und Dr. Abdelghani Bekrar, Universität Valenciennes, der Drittplatzierte Professor Vladimir Deineko, University of Warwick, UK

Der wissenschaftliche Wettbewerb war in der Tat eine gute Herausforderung für die registrierten Teilnehmer aus der ganzen Welt. Prof. Dr. Geiger erläutert: „Unser Beitrag für das Optimierungsproblem war erfolgreich. Neben der Entwicklung neuer, vollständig auf das Problem angepasster Datenstrukturen konnten wir einen Lösungsansatz vorstellen, welcher auch größere Instanzen zufriedenstellend löst.“ Für Prof. Dr. Geiger ist die definierte Problemstellung ein gewichtiger Beitrag für die Weiterentwicklung des Forschungsbereichs. Auch sieht er den Austausch von Theorie und Praxis dadurch wesentlich gefördert.

Prof. Dr. Daniele Vigo von der Universität in Bologna dankte der PTV für die umfangreiche Unterstützung. Der zweite Sieger Abdelghani Bekrar aus Frankreich resümiert seine Teilnahme: „Ich danke der PTV Group für diese herausfordernde Erfahrung“.