Winnipeg – die vollendete PTV-Stadt

Winnipeg (Kanada) nutzt verschiedene Softwaretools der Vision Traffic Suite abteilungsübergreifend.

Winnipeg (Kanada) nutzt verschiedene Softwaretools der Vision Traffic Suite abteilungsübergreifend.

Gäbe es eine PTV-Weltmeisterschaft, Winnipeg würde an vorderster Front mitspielen. Mit PTV Visum, PTV Vissim und PTV Vistro kommen in der kanadischen Stadt gleich drei Softwareprodukte der PTV Group zum Einsatz, die verschiedene verkehrsplanerische Aspekte der Stadt abdecken.

2012 implementierte die 730.000-Einwohner-Metropole Winnipeg ein Schnellbussystem als Teil des Mobilitätskonzeptes. Seither nimmt der öffentliche Verkehr (ÖV) rund 13 Prozent am Modal Split ein. 79 Prozent der Menschen nutzen weiterhin das Auto, sechs Prozent laufen und zwei Prozent nehmen das Fahrrad. Das soll sich Luis Escobar zufolge weiter wandeln: „Die Stadt verändert sich und berücksichtigt Fußgänger und Fahrradfahrer jetzt schon viel stärker als früher“, sagt der Leiter des Verkehrsdezernats der Stadt Winnipeg und ergänzt. „Dafür haben wir das Netz für den nicht-motorisierten Verkehr in den vergangenen Jahren auch um 200 Kilometer ausgebaut.“ Weitere Optimierungen sollen folgen.

Gute Ergebnisse nur mit PTV

Das Verkehrsdezernat in Winnipeg setzt sich aus sechs Abteilungen zusammen. Dazu gehören unter anderem: die Verkehrsplanungsabteilung, die die strategische Planung verantwortet und sich um die Weiterentwicklung und Instandhaltung des städtischen Nachfragemodells kümmert. Das Verkehrsmanagement, das den Verkehr der städtischen Hauptverkehrsstraßen organisiert, das Verkehrsnetz auf operative sowie sicherheitsrelevante Mängel prüft und sie behebt. Die Abteilung für Verkehrstechnik, die die Verkehrssteuerung plant, installiert und betreut, was insbesondere die Lichtsignalanlagen (LSA) und Fußgängerbereiche umfasst. Seit 2013 nutzt die Stadt für all diese Planungsebenen Software der PTV Group.

„Insbesondere die problemlose Integration von Informationen und Daten, die zwischen unseren Geschäftsbereichen Betrieb und Vorhersage/Modellierung ausgetauscht werden, sprach für den Einsatz der Softwaretools von PTV“, so Luis Escobar. „Diese Software ermöglicht es uns, Verkehrsaufkommen vorherzusagen und diese Informationen anschließend für die Modellierung der Verkehrssignalsteuerung zu verwenden. So können potentielle Beeinträchtigungen rechtzeitig erkannt und vermieden werden. Ein besonderer Vorteil, den keine andere Software bieten kann.“ Daher hat das Team das bestehende Verkehrsmodell nach PTV Visum migriert, nutzt PTV Vissim für mikroskopische Verkehrssimulationen und PTV Vistro, um operative Szenarien an wichtigen Knotenpunkten zu analysieren und zu bewerten.

Anschauliche Darstellung

In der täglichen Zusammenarbeit zwischen den drei Abteilungen funktioniert das dann beispielsweise folgendermaßen: „Nehmen wir an, die Verkehrsplanungsabteilung soll die Auswirkungen einer Straßensperrung untersuchen. Die dafür benötigte Umleitung wird das Verkehrsaufkommen verändern“, berichtet Luis Escobar. „Das Verkehrsaufkommen wird von der Verkehrsplanungsabteilung prognostiziert und die Daten an das Verkehrsmanagement übergeben, die auf dieser Basis weiter modellieren und eventuell auftretende Problemstellen diagnostizieren. Das können beispielsweise Rückstaus an signalisierten Kreuzungen sein oder starke Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr. In diesem Fall würden dann die Kollegen in der Verkehrstechnik die LSA-Schaltungen prüfen und die Steuerung den neuen Gegebenheiten anpassen.“

So sind die Tools der PTV also im kompletten Planungsprozess der Stadt Winnipeg eingebunden und Luis Escobar möchte sie auch nicht mehr missen: „Besonders hilfreich ist die verbesserte Modellierung des Verkehrsgeschehens innerhalb des Verkehrssystems. Andere Modelle bilden den Verkehr nur stark vereinfacht ab und spiegeln somit nicht das genaue Verkehrsverhalten wider.“ Sein persönliches Highlight: die PTV Vissim-Darstellung der Verkehrsflüsse in 3D: „Diese Funktionalität bereitet mir jedes Mal besondere Freude, wenn wir Sachverhalte der breiten Öffentlichkeit oder Mandatsträgern veranschaulichen möchten“, sagt er.

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