Navigationslösungen für Elektrofahrzeuge

Wie weit komme ich e-mobil? Spezielle Navigationslösungen für Elektrofahrzeuge geben Antwort.

Wie weit komme ich e-mobil? Spezielle Navigationslösungen für Elektrofahrzeuge geben Antwort.

Wie weit komme ich und wo ist die nächste Ladesäule auf meiner Strecke? Das sind die wichtigsten Infos für alle, die e-mobil unterwegs sind. Entsprechend benötigen Navigationslösungen für Elektrofahrzeuge eine Vielzahl zusätzlicher Informationen für die Berechnung der Reichweite, zum Beispiel zu Klima, Strecke, Topologie, Verkehrslage, Fahrstil und natürlich zum Fahrzeug selbst. Im Interview berichtet Michael Schygulla, Senior Project Manager Global Research bei der PTV Group, über wichtige Faktoren und mögliche Lösungen.

Compass: In der Intro sind schon einige der Einflussfaktoren genannt – wie und in welcher Qualität kommen diese Informationen in eine Navigationslösung? Und wie genau können die Fahrer von Elektrofahrzeugen damit profitieren?

Michael Schygulla: Dies geschieht durch die flexible Einbeziehung von Realtime-Daten aus dem Fahrzeug und in Kombination mit Simulationsmöglichkeiten mit Daten aus dem aktuellen Fahrverhalten. Weitere Grundlagen sind spezifische Fahrzeugprofile, Verkehrsdaten wie LiveTraffic sowie Höhendaten. Der Fahrer profitiert von der genaueren Reichweitenprognose, die auf unterschiedliche Weise in der mobilen Navigationsapplikation dargestellt werden kann. Dadurch kann ebenso die sogenannte „Reichweitenangst“ verringert werden.

Compass: Gibt es solche Lösungen auch für gewerbliche Fahrzeuge, große Flotten, die vielleicht besonders in Städten beliefern (oder auch e-liefern)?

Michael Schygulla, Senior Project Manager Global Research bei der PTV Group, im Interview zu Navigationslösungen für Elektrofahrzeuge.

Michael Schygulla, Senior Project Manager Global Research bei der PTV Group, im Interview zu Navigationslösungen für Elektrofahrzeuge.

Michael Schygulla: Die Lösungen sind auch für kommerzielle Flotten einsetzbar, im Zusammenspiel mit der Tourenplanung können die gemischten Flotten gemäß den speziellen Anforderungen verplant werden und die Fahrer in ihrer Tourdurchführung unterstützt werden. Diese Anwendungsfälle betrachten wir derzeit im Forschungsprojekt iHub in Zusammenarbeit mit Schenker Deutschland. In diesem Rahmen sollen zudem erstmals schwere Elektro-Lkw bis 18t eingesetzt werden.

Compass: Gibt es in diesem Zusammenhang Kenntnisse dazu, welche Branchen oder Anwendungen sich besonders für Elektromobilität eignen? Ist sie beispielsweise eher auf Städte beschränkt, wo sie für eine emissionsfreie Zustellung sorgt, oder durchaus auch für längere Fahrten in ländlichen Regionen sinnvoll?

Michael Schygulla: Besonders geeignet erscheinen zunächst Lieferverkehre in urbanen Räumen, die mit Fahrzeugen der Transporterklasse abgewickelt werden. Dies zeigt sich auch darin, dass beispielsweise sowohl DHL als auch UPS bereits Flottentests mit Elektrofahrzeugen durchführen. Aber auch speditionelle Verkehre sind denkbar, wie bereits erwähnt sind im Projekt iHub Flottentests mit schweren E-Lkw im Großraum Berlin geplant.

Michael Schygulla wird am 20. September in Berlin auf dem edaForum16 dazu ab 10.30 Uhr einen Vortrag halten.