Rückblick Road Safety Training in Santa Cruz, Bolivia

#savekidslives

Ein tragischer Verkehrsunfall, der sich vor einem Jahr in Santa Cruz, Bolivien, ereignete, veränderte das Leben von Sofia Salek de Braun für immer. Dieses Ereignis, so schmerzvoll und traumatisch es war, war gleichzeitig der Beginn etwas Größeren. Sofia entschied sich, die aktuelle Situation auf den Straßen ihres Heimatlandes nicht länger zu akzeptieren. Und es war, als hätten die Menschen nur darauf gewartet, dass jemand ihren Gedanken eine Stimme leiht.

Freunde und PTV-Kollegen waren beeindruckt von Sofias Energie. Gemeinsam wurde ein Konzept mit der Zielsetzung erarbeitet, einen Umdenkungsprozess in den Köpfen der bolivianischen Bevölkerung in Gang zu setzen. Wenn es um die Verkehrssicherheit geht, verzeichnet Lateinamerika die weltweit höchste Rate an Todesfällen im Straßenverkehr. Gemäß Angaben der Roads Kill Map sterben auf den Straßen Boliviens jährlich 23,2 Menschen pro 100.000 Einwohner. Nicht nur für die Behörden stellt diese Zahl ein Problem dar – sie betrifft jeden einzelnen Bürger. Sie alle müssen sich der Folgen bewusst sein, die eine mangelnde Verkehrssicherheit mit sich bringt. Dies hat die PTV Group dazu bewogen, mit einem Team von Experten aus Wissenschaft, NGO’s und der Industrie nach Bolivien zu reisen mit dem Ziel in praxisorientierte Workshops örtliche Behörden und Institutionen für das Thema Verkehrssicherheit zu sensibilisieren.

Vieles ist seit der Ankündigung des ersten Verkehrssicherheitstrainings in Santa Cruz geschehen. Das Interesse seitens der Öffentlichkeit war überwältigend. Regierungsmitarbeiter, Polizisten, Architekten, Fahrschulen und Verkehrsingenieure – sie alle wollten an dem Kurs teilnehmen. Es gingen weit mehr Anmeldungen ein als erwartet, so dass der Workshop erweitert werden musste, um allen Interessenten die Möglichkeit der Teilnahme bieten zu können. Auch die Resonanz seitens der Medien war von Anfang an enorm. Journalisten aus Print, Radio und Fernsehen berichteten über die Initiative, die sich mit Herzblut dafür einsetzt, die Situation in Bolivien zu verbessern.

Vertreter der Polizei im Interview am ersten Workshop-Tag.

Im November 2016 machten sich Greg Speier von Speier Road Safety Solutions, Paulo Humanes und Sofia Salek de Braun von der PTV Group, Saul Alveano von WRI, sowie Neil Thorpe und Roger Bird, Civil Engineering & Geosciences, von der Universität von Newcastle für den Workshop auf den Weg nach Santa Cruz, Bolivien. Am ersten Tag warteten bereits mehr als einhundert Teilnehmer darauf, mit den Übungen zu beginnen. Sowohl einheimische als auch ausländische Experten wurden von den Journalisten für Beiträge in den Lokalnachrichten interviewt. Einen besonderen Höhepunkt bildete die Einladung des Fernsehsenders Red UNO. In ihrer Sendung am 1. Dezember berichtete die Initiative über ihre Zielsetzung und Beweggründe. In den darauf folgenden Tagen befasste man sich mit den Herausforderungen, aber auch mit konkreten Lösungsansätzen.

Experten zu Besuch beim lokalen Sender Red UNO.

Obwohl die Veranstaltung ein großer Erfolg war, soll es nicht bei dieser einmaligen Aktion bleiben. Sie soll die Initialzündung für künftige Aktionen sein. Verkehrssicherheit ist nicht nur eine Angelegenheit der Regierungen und Polizei. Um einen Wandel zu bewirken, müssen auch die Bolivianer untereinander in einen intensiven Dialog treten. Die Bewegung ist bereits in vollem Gange. Werden Sie Teil davon! facebook.com/superlucabolivia

Wir danken allen Teilnehmern, dem internationalen Expertenteam sowie allen Helfern vor Ort für ihre Mühe und Zeit, die sie in dieses Projekt investiert haben.

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