Wildunfallkataster hilft der Polizei in Hessen

Torben Hilgers von der PTV Group im Interview zum neuen Wildunfallkataster der hessischen Polizei.

Torben Hilgers von der PTV Group im Interview zum neuen Wildunfallkataster der hessischen Polizei.

Im Januar 2017 hat das Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung (PTLV) ein Wildunfallkataster freigeschaltet, das die circa 4.000 hessischen Jagdpächter lokalisiert und damit den hessischen Polizeibeamten die Arbeit erleichtert. Realisiert wurde das Wildunfallkataster mit Unterstützung der PTV, den Unteren Jagdbehörden der Städte und Kreise, Hessen Mobil sowie dem Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (HLBG). Im Interview erläutert Torben Hilgers, Sales Manager bei PTV, den Nutzen.

Compass: Die Vorstellung, ein Reh anzufahren, ist vermutlich für jeden Autofahrer ein Graus. Bisher war das Prozedere, das der Unfallaufnahme durch die Polizei folgt, nicht ganz einfach: Der Unfallort musste aufgesucht und die Unfallstelle für den Jagdpächter markiert werden und schließlich galt es, den zuständigen Jagdpächter zu finden.

Torben Hilgers: Genau. Und das war ziemlich aufwändig, denn die Reviergrenzen waren auf topographischen Karten eingezeichnet und die Jagdbezirkslisten mit den Kontaktdaten der jeweiligen Pächter wurden in Excel gepflegt. Das neue Wildunfallkataster hilft der Polizei in Hessen jetzt bei ihrer Arbeit, weil sie damit sowohl den Unfall selbst und die Koordinaten zum Unfallort erfassen als auch den zuständigen Jagdpächter finden können.

Compass: Wie kommt da unsere Software ins Spiel?

Torben Hilgers: PTV Vistad – Euska ist ein Tool zur Verkehrssicherheitsarbeit, das insbesondere von der Polizei in in elf Bundesländern genutzt wird. Insgesamt gibt es bereits über 1.000 Anwender. Mit der Software lassen sich Unfalldaten erfassen, validieren und auswerten, beispielsweise zu Unfallschwerpunkten, und auch auf einer digitalen Karte visualisieren. Die Daten werden alle zentral gehalten, das unterstützt den landesweiten Einsatz innerhalb der Polizeibehörden mit tagesaktuellen Daten.

Compass: Und diese Software wurde nun mit den nötigen Daten für Wildunfälle gefüttert?

Torben Hilgers: So ist es. Und wie andere Unfälle können mit dieser Software eben auch Wildunfälle erfasst werden und bei Wildunfällen wird die Polizei nun mittels des Wildunfallkatasters zusätzlich unterstützt. Die Jagdreviere werden angezeigt und mit einem Klick sind Name und Kontaktdaten des zuständigen Jagdpächters sichtbar. An der Bereitstellung der nötigen Daten waren mehrere Stellen beteiligt, zum Beispiel die Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation oder auch die Unteren Jagdbehörden der Städte und Kreise, die die Jagdreviergrenzen sowie die Kontaktdaten der Jagdpächter und Jagdaufseher zur Verfügung gestellt haben. Insgesamt ein tolles Beispiel für gute Zusammenarbeit.