PTV Insights: Mit Donuts immer schön flexibel bleiben

Bringen Donuts in Form: die beiden PTV Agile Coaches Anna Baumann (l.) und Silke Notheis.

Donuts gibt es bei PTV nur ab und zu in der Kantine. Trotzdem kreist der Begriff der runden Backware allgegenwärtig durchs Unternehmen. Denn: Als Donuts werden bei PTV die agilen Teams bezeichnet, die daran arbeiten neue und innovative Produkte und Releases für Verkehr und Logistik herauszubringen. Im Interview erzählen unsere beiden Agile Coaches Anna Baumann und Silke Notheis, wie agiles Arbeiten bei PTV aussieht und warum es so wichtig ist, beweglich zu bleiben.

Compass: Agiles Management ist heute eine Art Trendthema in modernen Unternehmen. Warum ist das so?

Anna Baumann: Wir leben in einer Welt, die immer schneller und komplexer wird. Technologien und Märkte ändern sich in einem unglaublichen Tempo. Was heute aktuell ist, kann morgen schon veraltet sein. Um da mitzuhalten, muss man flexibel bleiben.

Silke Notheis: Bei PTV wollen wir nicht nur schnell und flexibel auf Marktveränderungen reagieren, sondern selbst vorangehen und Innovationen vorantreiben. Das kann man am besten erreichen, wenn nicht nur wenige Menschen Entscheidungen treffen, sondern man die Intelligenz von allen im Unternehmen in deren jeweiligem Fachgebiet nutzt.

Anna Baumann: Es entsteht ein größtmöglicher Wissenstransfer, wenn Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Bereichen interagieren. So werden die besten Lösungen für den Kunden entwickelt.

Compass: Also sind unsere Donuts crossfunktionale Teams?

Anna Baumann: Genau, wir versuchen in den Donuts alle möglichen Funktionen in einem Team zusammenzubringen. Start-ups machen das häufig so. Das heißt, es ist jemand aus dem Vertrieb dabei, aus dem Produktmanagement und dem Corporate Marketing, der Dokumentation und natürlich aus der Softwareentwicklung. Im idealen Fall werden alle Funktionen bedient, die nötig sind, um ein Produkt oder eine Dienstleistung an den Start zu bringen.

Silke Notheis: Das hat den Vorteil, dass die Kommunikationswege kurz sind und man sich gut vernetzen kann. So gibt es zum Beispiel vom Vertrieb immer aktuellen Input darüber, was der Markt gerade verlangt. Der Donut funktioniert eigenständig, alle sind gleichberechtigt und geben ihr Bestes, um das Ziel zu erreichen.

Compass: Welche Rolle spielt ihr als Agile Coaches dabei?

Silke Notheis: Wir unterstützen das jeweilige Team dabei, sich zu einem selbstorganisierten Team zusammenzufinden. Dazu gehört auch, dass wir aus dem agilen Werkzeugkasten gemeinsam mit den Teams die passenden Prozesse und zugehörige Rollen auswählen. Wir helfen dabei, Probleme zu lösen und Hindernisse, die das Team stören oder aufhalten, aus dem Weg zu schaffen.

Anna Baumann: Eine elementare Aufgabe ist zudem das Mindset. Zum Beispiel muss es eine Fehlerkultur geben. Natürlich ist es toll, wenn alles perfekt läuft. Aber Fehler gehören dazu und es ist wichtig, dass sie akzeptiert werden. Nur so kann man sich weiterentwickeln. Oder das Motto „Done is better than perfect“ zu leben und zum Beispiel den Mut zu haben, dem Kunden schon früh, die ersten Ergebnisse zu zeigen. Grundsätzlich wollen wir uns aber auch nach dem agilen Manifest richten.

Silke Notheis: Zudem ist eine Offenheit gegenüber Veränderungen sehr wichtig. Heute ist es nicht mehr so, dass ein Prozess 20 Jahre lang immer gleich abläuft. Gerade in den Donuts passiert sehr viel in kurzer Zeit und wenn man feststellt, dass etwas nicht passt, muss es geändert werden.

Compass: Ist Scrum dabei das große Stichwort?

Anna Baumann: Scrum, also das iteratives, schrittweises Vorgehen bei der Softwareentwicklung, ist eine wichtige Methode. Aber Agilität ist nicht gleich Scrum. Es gibt eine Vielzahl an weiteren Methoden und Tools, zum Beispiel XP, Kanban oder Scrumban. Bei uns entscheidet jedes Team selbst, wie und mit welchen Frameworks, also Werkzeugen, es am besten arbeitet. Wir Agile Coaches unterstützen bei Bedarf dabei, die richtige Vorgehensweise zu finden und diese auch weiter zu verbessern, getreu dem Motto „inspect and adapt“.

Compass: Wie qualifiziert man sich als Agile Coach?

Silke Notheis: Einen klassischen Ausbildungsweg gibt es da nicht – Agile Coaches finden über die verschiedensten Zwischenstopps ihren Weg. Ich bin von Haus aus Softwareentwicklerin und habe schon immer gerne Probleme aus dem Weg geschafft und Prozesse effizienter gestaltet. Die Eigenschaft, immer einen Blick auf das große Ganze, den Sinn und Zweck einer Sache zu haben, ist für mich jetzt sehr hilfreich.

Anna Baumann: Auch Neugierde, Offenheit für andere Meinungen sowie die Fähigkeit die richtigen Fragen zu stellen, sind wichtig. Man muss Lust haben, immer wieder Neues zu lernen und sich mit dem Team zu entwickeln. Darüber hinaus sollte man natürlich entsprechendes Fachwissen und Methodenkompetenzen wie Moderation, Mediation und Coaching mitbringen. Und Empathie und eine große Portion Humor.

Compass: Warum heißen die crossfunktionalen Teams eigentlich Donuts?

Anna Baumann: Anfangs wurde in einem Workshop diskutiert, welche Kollegen für die crossfunktionalen Teams in Fragen kommen. Das Ganze wurde auf einem Plakat festgehalten und um einige Namen wurden Kringel gemalt. Um die Rollen zu verdeutlichen, wurden weitere Kreise gezogen. Irgendjemand meinte dann, dass sieht ja aus wie ein Donut – so kam’s zu der Bezeichnung.

Compass: Für welche Themenbereiche gibt es agile Teams?

Silke Notheis: Aktuell gibt es sechs Donuts, die sich mit der Entwicklung von diversen Produkten und Dienstleistungen beschäftigen. Zwei weitere stehen in den Startlöchern. Eines der Hot Topics ist das Thema Mobility as a Service, bei dem wir Mobilitätsdienstleister, Automobilhersteller und Stadtverwaltungen dabei unterstützen, neue Dienstleistungsangebote für die Mobilität der Zukunft bereitzustellen.

Compass: Und wie entstehen neue Donuts?

Anna Baumann: Im Prinzip kann jeder, der eine gute Idee für einen Donut hat, diese einbringen. Die ganzen Vorschläge und Ideen werden in einer Art Trichter-Prozess durch das sogenannte Steering Komitee gefiltert und priorisiert, um die strategische Richtung der Firma vorzugeben. Die Donuts werden dann im PTV Campus vorgestellt und alle Mitarbeiter haben die Möglichkeit, ihr Interesse an der Mitarbeit im agilen Team zu bekunden.

Compass: Das klingt, als wäre PTV in Sachen Agilität bestens aufgestellt?

Silke Notheis: Ja, ich denke wir sind auf einem richtig guten Weg. Es ist unglaublich spannend, den Wandel im Unternehmen mitzuerleben und mitgestalten zu können.

Anna Baumann: Es macht großen Spaß, bei der PTV zu arbeiten, weil man so viele Gestaltungsmöglichkeiten hat. Jeder, der sich engagiert, kann hier auch etwas voranbringen. Die Kolleginnen und Kollegen und die Führungskräfte sind total motiviert. Das macht die Arbeit für uns als Agile Coaches auch so spannend. PTV bietet ein tolles Umfeld, um die Zukunft zu gestalten und großartige Produkte zu entwickeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

HTML tags are not allowed.

336.913 Spambots Blocked by Simple Comments