Es wird konkret! Autonome Fahrzeuge auf deutschen Straßen

Was passiert wenn vollständig autonome Fahrzeuge Teil des Verkehrs werden?

Aktuell entsteht in Karlsruhe das erste Testfeld für autonome Fahrzeuge Baden-Württembergs. Für das Projekt zeichnet sich ein Testfeld-Konsortium verantwortlich, bestehend aus den ortsansässigen Hochschulen, Städten und dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV).

Bevor vollständig autonome Fahrzeuge Teil des realen Verkehrs werden, wird die Technologie auf Herz und Nieren geprüft, denn ein Fehler in der Entwicklung könnte unter Umständen Leben kosten. Weltweit entstehen deshalb in Zusammenarbeit mit Hochschulen, Forschungsinstituten und der Industrie Testfelder. Teile öffentlicher Verkehrsnetze werden dafür als solches definiert und mit Messtechniken ausgestattet. Auf diesem „Spielplatz“ werden autonome Fahrzeuge Teil des realen Verkehrs. Strenge Richtlinien schützen den umgebenden Verkehr. So muss sich während der Testfahrten der Forschungsfahrzeuge gemäß geltender Vorgaben immer ein Sicherheitsfahrer im Fahrzeug befinden, der jederzeit eingreifen kann.

Testfeld Karlsruhe
Ab 2018 haben autonome Fahrzeuge Zugang zum Karlsruher Testfeld. Für alle Ortskundigen: Die Strecke beginnt am Karl-Wilhelm-Platz und führt die Haid-und-Neu-Straße entlang, vorbei am PTV Hauptsitz, bevor sie in den Ostring einbiegt. Von dort führt ein Weg über die Wolfartsweierer Straße wieder zurück zum Karl-Wilhelm-Platz, ein anderer geht über die B10 weiter auf die Südtangente bis zur Kreuzung mit der Ebertstraße.

Die Daten, die über die Messstationen und Forschungsfahrzeuge gesammelt werden, werden genutzt, um autonome Technologien weiterzuentwickeln. Bilder der Umgebung oder anderer Verkehrsteilnehmer, die während der Tests gemacht werden, werden umgehend nach Auswertung der relevanten Daten gelöscht.
Als Partner im Testfeld-Konsortium übernimmt die PTV den Aufbau eines Verkehrsmodells der Teststrecke. Dieses Modell beinhaltet nicht nur die Infrastruktur, also Ampeln, Straßen und deren Vorfahrtsregelungen, sondern auch die Verkehrsmenge im Testfeld. Eine klassische Fragestellung, die man mit solchen Modellen untersucht, ist beispielsweise “Welche Auswirkungen haben automatisierte Fahrzeuge auf den Gesamtverkehr? Auf den Verkehrsablauf, die Emissionen etc.?“
Verkehrsmodelle geben ebenfalls Aufschluss über die benötigten technischen Installationen, wie Kommunikationseinrichtungen. Sie werden dazu genutzt, um die weitergehenden Ausbaustufen zu definieren und Fragen zu beantworten wie „Wo brauchen wir zusätzliche Funkeinrichtungen im Testfeld?“

Weltweit entstehen Testfelder, die die Technologie autonomer Fahrzeuge analysieren.

Ziel des Projekts ist nicht die losgelöste Untersuchung einiger weniger Anwendungsfälle. Ein reger Austausch mit internationalen Testfeldern ist wichtig für das allgemeine Vorankommen auf diesem Forschungsgebiet. Die Erfahrungen, die ab 2018 in Karlsruhe gesammelt werden, sind eine wertvolle Ergänzung um Gemeinsamkeiten, aber auch regionale Unterschiede herauszufinden. Nur durch einen regen Know-how-Transfer lässt sich die Technologieentwicklung vorantreiben.

Lesen Sie hierzu auch das Interview mit Vincent Kobesen, CEO PTV Group, und Thomas Benz, Solution Director Automotive: PTV unterstützt neues Testfeld in Karlsruhe

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