Innenstadtlogistik liefert Lebensqualität

Urbane Logistik ist ein wichtiges Element für die Lebensqualität in Städten (Foto: iStock, Franz Wilhelm Franzelin).

Bewegung auf engstem Raum: „Wie vereinen wir künftig Logistik und Lebensqualität in unseren Großstädten?“ Diese Frage beschäftigte die Experten vergangene Woche auf der 29. Tagung des Clubs of Logistics in Hamburg. Unser CEO Vincent Kobesen diskutierte bei einer der Talkrunde mit den anderen Teilnehmern darüber, dass bei Planung und Gestaltung von Stadtregionen die Anforderungen der Logistik nicht vernachlässigt werden dürfen.

Für Kobesen ist Innenstadtlogistik ist wichtiges Element, das sich auch als Lieferant von Lebensqualität verstehen lässt: Online bestellen und die Lieferung an der Haustür in Empfang nehmen können – das ist enorm praktisch. Und heute genauso wichtig wie der Wirtschaftsverkehr mit seiner regelmäßigen Ver- und Entsorgung. Doch nur eine effiziente Logistik kann die Versorgung der Bevölkerung, des Handels und der Industrie im urbanen Raum gewährleisten. Kobesen ist überzeugt: „Ohne funktionierende Citylogistik gibt es keine zufriedenen Bürger.“

Das kann nur gelingen, wenn alle logistischen Aspekte des Stadtlebens frühestmöglich in die Stadt- und Raumplanung einbezogen werden. Denn nicht nur die Bewohner, auch Industrie, Handel, Gastronomie und Hotellerie wollen mit Gütern versorgt werden. Hierbei sorgen besonders E-Commerce und Hauszustellungen für ein weiteres Anwachsen des Lieferverkehrs. Das bedeutet natürlich: Immer mehr Logistik auf begrenztem Raum, die sich auf Umwelt, Verkehrsaufkommen und Verkehrssicherheit auswirkt. „Die Städte stehen vor der Herausforderung, attraktiv für Gewerbe und Bevölkerung zu sein, doch andererseits die logistischen Nebenwirkungen wie Lärm, Stau und Schadstoffe zu begrenzen“, sagt Kobesen.

Immer neue Geschäftsmodelle entstehen, die E-Mobility, Sharing und neue Angebotsformen integrieren. Die Zukunft liegt für Kobesen in MaaS – Mobility as a Service. „Neue Konzepte wie Crowd Delivery oder der kombinierte Transport von Personen und Gütern können die hochdynamische innerstädtische Planung und Steuerung von Warentransporten bereichern“, so Kobesen. Schließlich habe in der Logistik der Kundenservice schon immer einen zentralen Stellenwert inngehabt. „Logistics as a Service wird in der Logistik schon lange gelebt.“

Vincent Kobesen, CEO der PTV ist sich sicher, dass die Zukunft der urbanen Logistik  in einer engeren Kooperation von Stadt-, Verkehrs- und Tourenplanung liegt.

Jetzt brauchen Städte Lieferkonzepte, um ihren Wirtschaftsverkehr effektiver zu machen: „Urbane Logistik mit der Planung und Optimierung der letzten Meile ist die große Herausforderung in der Stadt“, ist Kobesen sicher. Hilfreich seien hierzu beispielsweise übergreifende Ansätze wie städtische Verteilzentren, die Nutzung umweltfreundlicher Antriebstechnologien, alternative Transportkonzepte und eine wesentlich engere Zusammenarbeit der beteiligten Akteure. Auch das Physical Internet, bei dem Waren in einheitlichen Boxen durch ein weltweites, offenes Logistiknetzwerk gesendet werden, kann das Handling vereinfachen, Bündelungseffekte erzielen und die Zuverlässigkeit in der Zustellung erhöhen. Sein Fazit: „Die Zukunft der urbanen Logistik liegt in einer engeren Kooperation von Stadt-, Verkehrs- und Tourenplanung. Kooperationen über Unternehmens- und Systemgrenzen hinweg ermöglichen effizientere und zuverlässigere Lieferungen. Autonome, e-mobile Fahrzeuge und Shared-Mobility-Flotten bringen Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit in Einklang. Dazu braucht es Offenheit für neue, integrierte und zukunftsfähige Konzepte sowie ein deutliches Plus an einem abgesicherten Informations- und Datenaustausch auf Seiten der öffentlichen Hand wie auch auf Seite der Wirtschaft und Industriepartner.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

HTML tags are not allowed.

337.385 Spambots Blocked by Simple Comments