Fokus E-Mobilität: Elektroroller boomen

E-Roller erobern die deutschen Städte (Foto: Coup)

E-Fahrräder boomen bereits seit einiger Zeit. Gerade im urbanen Raum zeichnet sich aber schon der nächste Trend im Bereich E-Mobilität ab: E-Roller. Auf den überfüllten Straßen Indiens und Chinas haben diese sich bereits als Alternative zum PKW etabliert und auch bei uns sind die wendigen Scooter mittlerweile auf dem Vormarsch. So schätzt etwa der europäische Verband der Motorradhersteller ACEM, dass in diesem Jahr insgesamt rund 50.000 Elektroroller verkauft werden. 


Gerade in staugeplagten Metropolen sind die elektronischen Roller attraktiv: Man kommt schnell von A nach B und hat keine Probleme mit der Parkplatzsuche am Ziel. So schießen in immer mehr Städten Sharing-Anbieter für E-Roller wie Pilze aus dem Boden. Wie beim Car- oder Bike-Sharing registrieren sich User per App, scannen den Führerschein, bezahlen via Smartphone und suchen darüber den nächstgelegenen Roller.

In München wurde das Roller-Sharing beispielsweise vor knapp einem Jahr eingeführt und verzeichnet dort mittlerweile über 10.000 Nutzer, Tendenz steigend. Und auch in Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart und Berlin können E-Scooter von verschiedenen Anbietern, z.B. Emmy oder Coup, geliehen werden.

Matthias Tang, Sprecher der Pressestelle für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in der deutschen Hauptstadt sagt: „Damit die Bürger durch die Anbieter nicht gestört werden, stellt die Stadt sicher, dass nicht mehr als vier Leihroller oder -räder an einem Ort stehen.“ Man möchte erreichen, dass die Stadt umweltfreundlicher wird und begrüßt daher die fast emmissionsfreien Elektrofahrzeuge.

E-Roller in der City-Logistik

Neue Möglichkeiten ergeben sich durch E-Roller im Warentransport: In Österreich werden eScooter beispielsweise verwendet, um City-Logistik umweltfreundlicher zu gestalten. Der Paketdienstleister GLS hat derzeit in Graz, Linz und Salzburg eine Testphase zur Zustellung per Elektro-Roller laufen. „Der eScooter vereint Umweltfreundlichkeit mit effizienter Zustellung“, sagt Dr. Axel Spörl, General Manager GLS Austria. So sollen die Elektrofahrzeuge, wenn der Test positiv verläuft, im Regelbetrieb zum Einsatz kommen.

Paulo Humanes, Vice President Business Development & New Mobility bei der PTV Group, bestätigt die wachsende Popularität der eScooter. „Weltweit erfreuen sich die Roller in den Städten zunehmender Beliebtheit – insbesondere für die Strecken, die zum Laufen und Fahrradfahren zu lang sind. Bislang gab es beim Bike-Sharing viele Kurztrips, mit einer Strecke von unter zwei Kilometern, diese sind für die Betreiber kaum rentabel und erschweren es, die Flotte ausgeglichen und effizient zu betreiben.“

Dafür scheinen E-Roller die perfekte Lösung zu sein. Sie können eine positive Rolle in einem mobilen Ökosystem spielen und eine Lücke im Mobilitätssystem schließen.

„PTV-Lösungen können Städten dabei helfen, die Effektivität des Mobilitätsökosystems zu gewährleisten, da sie die Roller und ihre einzigartigen Eigenschaften berücksichtigen,“  weiß Paulo Humanes.  „Mit unserer Mobility as a Service (MaaS)-Expertise unterstützen wir Flottenbetreiber und Städte, indem wir aufzeigen, wie man die Flotte in der Stadt ausbalancieren, für ein effizientes Energiemanagement sorgen, dynamische Preise und/oder integriertes Ticketing gewährleisten kann.“

 

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