PTV Insights: Spannende Forschungsthemen im Verkehrswesen

In der kolumbianischen Metropole Medellín arbeitet PTV-Forscherin Eileen zwei Jahre lang.

Wie sieht die smarte Haltestelle in der vernetzten Mobilität von Morgen aus? Ist ein Transport mit E-Lastern in der Logistik möglich? Wie werden autonome und konventionelle Fahrzeuge im Verkehr der Zukunft zusammenspielen? Mit diesen Themen beschäftigt sich das Research-Team der PTV Group.  Seit einigen Monaten bereichert Eileen die PTV-Forscher in Berlin. Sie ist von eben dieser Vielfalt begeistert.

Compass: Eileen, was fasziniert dich an den Forscherthemen bei PTV?

Eileen: Die Vielfalt. Die Palette an Themen ist so breit und spannend – das ist für mich sehr wichtig in einem Job. So habe ich in den letzten Monaten viel Neues gelernt und konnte auch viel von meinen bisherigen Erfahrungen anwenden.  Außerdem ist das Arbeitsklima hier im Unternehmen ist sehr gut und wir verstehen uns im Team bestens.

Compass: Bevor du zur PTV gekommen bist, warst du zwei Jahre in Kolumbien.

Eileen: Genau, in Medellín, der zweitgrößten Stadt des Landes mit mehr als zwei Millionen Einwohnern. Ich habe dort für eine NGO im Bereich nachhaltige Mobilität gearbeitet.

Compass: Aber studiert hast du eigentlich etwas Anderes?

Eileen: Mit Mobilität hatte ich am Anfang meines Studiums eigentlich nichts zu tun. Ich habe im Bachelor Politikwissenschaft und im Anschluss Non-Profit Management studiert. Im Master gab es dann die ersten Berührungspunkte und so kam es, dass ich in meiner Masterarbeit die Fragestellung betrachtet habe, ob die Einführung von Elektrotaxis in Medellín bei der Bekämpfung von Verkehrsproblemen helfen kann. Dann kam eines zum anderen. Ich war erst als Praktikantin bei der NGO in Kolumbien und danach über zwei Jahre festangestellt.

Compass: Mit welchen Mobilitätsthemen hast du dich in Südamerika vor allem beschäftigt?

Eileen: Anfangs lag der Fokus hauptsächlich auf der Fahrradnutzung, das Themenspektrum wurde dann aber erweitert, generell auf nachhaltigen Verkehr, die Ausweitung des ÖPNV, Car-Sharing und so weiter. Medellín leidet unter starker Luftverschmutzung. Da das Auto aber immer noch als sehr hohes Statussymbol gilt, sind die Bedingungen für nachhaltige Mobilität sehr schwierig. Vor diesem Problem stehen aber die meisten Länder in Südamerika – ja eigentlich auf der ganzen Welt.

Compass: Und hat sich daran, in der Zeit in der du in Kolumbien warst, etwas geändert?

Eileen: Ja, definitiv. Wir haben zum Beispiel ein sehr erfolgreiches Fahrrad-Forum organisiert. Das hat viel in Bewegung gesetzt. Die Politik hat sich plötzlich für die Fahrradförderung interessiert und sich mehr für die Fahrradinfrastruktur eingesetzt. Lateinamerikanische Länder lassen sich in Sachen Radverkehr gerne von Europa inspirieren, von Dänemark und Holland im Besonderen.  Allerdings glaube ich, dass auch wir hier viel von andern Ländern lernen können. Zum Beispiel was die Einbeziehung von Bürgern angeht oder dass man die Stärke von NGOs nicht unterschätzen sollte, da sie immer nah an den Problemen dran sind. Das habe ich aus meiner Arbeit in Kolumbien mitgenommen.

Compass: Und diese Erfahrungen setzt du inzwischen im Research Team von PTV ein. Was sind deine Aufgaben?

Eileen: Ich arbeite an verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsprojekten mit. Ich recherchiere, schreibe und konzipiere viel. Wir arbeiten an solch einer Vielzahl von verschiedenen Projekten rund um unsere Mobilität – das macht den Arbeitsalltag unheimlich facettenreich. In einem Projekt beschäftigen wir uns zum Beispiel mit neuen, zukunftsträchtigen Mobilitätskonzepten. In einem anderen geht es um das Thema Fahrradparken an Bahnhöfen. In Deutschland sind die Kapazitäten da eher gering und nicht wirklich sicher. Viele Städte haben aber das Ziel, den Verkehr mehr auf Fahrräder und ÖPNV umzulagern. Da sind diebstahlgesicherte und geschützte Parkmöglichkeiten wichtig.

Compass: Ihr seid in der Forschung also immer am Puls der Zeit …

Eileen: Das ist es, was mir besonders gut gefällt. Wir sind immer ganz nah dran an den heißen Themen, die die Mobilität bewegen. Außerdem findet ein intensiver Wissensaustausch statt, da die Vernetzung mit anderen Unternehmen und Organisationen sehr hoch ist. Das ist nicht nur ein Pluspunkt für mich persönlich, sondern natürlich auch fürs ganze Unternehmen.