Von Flugtaxis und Flugtransporten

Die Verkehrs- und Logistikexperten der PTV Group beschäftigen sich schon heute intensiv mit der Mobilität der Zukunft.
Abb. ©NikolayKazakov/Volocopter GmbH
Die Verkehrs- und Logistikexperten der PTV Group beschäftigen sich schon heute intensiv mit der Mobilität der Zukunft.
Abb. ©NikolayKazakov/Volocopter GmbH

Wenn Straßen überfüllt sind, ganze Innenstädte für den Straßenverkehr gesperrt und Ziele in der Innenstadt für Bewohner wie Lieferanten unerreichbar erscheinen: Warum nicht in den Luftraum ausweichen? Findige Forscher haben aus diesem Gedankengang ein Lufttaxi, den Volocopter, entwickelt – und die Basis für die städtische Mobilität per Luftverkehr, die sog. „Urban Air Mobility“, gelegt. Das passende Einstiegsthema für das 28. PTV Traffic Anwenderseminar – hat sich doch die PTV Group der Gestaltung zukunftsfähiger Mobilität im Personen- und Güterverkehr verschrieben.

Betrachtet man den Verkehr der Zukunft in Megastädten ist die Frage heute nicht mehr, ob sich die Mobilität ändert, sondern wie. Statistische Erhebungen gibt es zuhauf und veranschaulichen drastisch die aktuellen Zustände: So stehen beispielsweise die Einwohner von Mexiko-Stadt täglich durchschnittlich 59 Minuten im Stau. Vergeudete Zeit. Fragt man Peter Littau, Manager Business Development bei der Volocopter GmbH, muss das in Zukunft nicht mehr sein.

Die findigen Gründer des Start-ups haben einen elektrisch betriebenen Multikopter entwickelt, der die Mobilität in Großstädten verbessern soll. Bestehende öffentliche Nahverkehrssysteme werden dadurch an besonders kritischen Verbindungen durch Flugtaxi-Verbindungen ergänzt. In seiner Keynote „Urban Air Mobility 2030 – die Verkehrszukunft in Megastädten“ regte Littau die Teilnehmer des 28. Anwenderseminars dazu an, neue Infrastrukturanforderungen bei der Städteplanung in Erwägung zu ziehen, um diese Art der Mobilität auch in Deutschland möglich zu machen.

Simplicity mit acht Rotoren

Der erste automatisierte und gleichzeitig erfolgreiche öffentliche Flug des Lufttaxis im urbanen Raum fand bereitsim September 2017 in Dubai statt. Littau erklärte die auf Einfachheit basierende Lösung: „Das System ist zunächst auf einen Betrieb mit einem Piloten ausgelegt, soll in Zukunft jedoch automatisiert fliegen. Dass der Volocopter bereits heute über automatisierte Funktionen verfügt, haben wir in Dubai bewiesen. Damals mit einem Flug entlang von GPS-Wegpunkten. Wir arbeiten unentwegt daran, eine einfache, sparsame, leise, sichere und nachhaltige Lösung für die wachsenden Mobilitätsanforderungen in Megastädten bereitzustellen und werden sukzessive über unsere Fortschritte berichten.“ Die Webseite des Unternehmens kündigt den „…ersten bemannten, voll-elektrischen und sicheren Senkrechtstarter der Welt …“ an und ergänzt: „Das Konzept integriert Lufttaxis in existierende Nahverkehrsstrukturen und bietet schon ab der ersten Punkt-zu-Punkt-Verbindung zusätzliche Mobilität für bis zu 10.000 Passagierepro Tag.“

Infrastruktur für Lufttaxi-Verkehr

Angesichts der Bevölkerungsentwicklung in Innenstadtbereichen kann das einen entscheidenden Wert darstellen: Erstmals in der Geschichte der Menschheit leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Gleichzeitig ist das Bedürfnis nach Mobilität enorm gestiegen. Wo die Straße eine räumliche Grenze setzt, kann der Luftraum Abhilfe schaffen. Das Konzept des Volocopters sieht vor, wichtige strategische Anflugpunkte wie Business-Zentren oder Flughäfen über sogenannte Hubs, Bahnhöfe für Flugtaxis, mit der Innenstadt zu verbinden. Das Handelsblatt schreibt Ende November den Tankstellen der Zukunft bereits die Eigenschaft eines Lufttaxi-Landeplatzes zu.

Mit einem autonom und im Minutentakt startenden Flugtaxi lassen sich nicht nur ursprünglich notwendige Reisezeiten reduzieren, sondern auch Straßen entlasten. Und ist da nicht noch mehr möglich?

Luftbrücke für kleinteilige Lieferungen

Der Gedanke liegt nahe: Wenn sich zukünftig Personen autonom per Lufttaxi transportieren lassen – warum nicht auch Pakete und Päckchen? Wo doch bekanntermaßen die sogenannte letzte Meile, bei welcher der Transporteur die Lieferung bis an die Haustür bringt, den kostspieligsten Part eines Transports darstellt.

Kontrovers werden bereits Ideen mit Paketrobotern und Lieferdrohnen diskutiert. Laut einer Studie von YouGov stehen deutsche Verbraucher einer vollautomatischen Lieferung von Paketen jedoch skeptisch gegenüber. Der Postbote und seine persönlich erbrachte Dienstleistung sind gerne gesehen. Was wiederum dem Ausbau und der Nutzung der Lufttaxis zu Gute kommen könnte.

Zukünftige Mobilität im Blick

Zukünftige Mobilitätslösungen werden sowohl den Personenverkehr als auch den Güterverkehr im Blick haben. Mobilitätslösungen für Megacitys und multimodale Lösungen stehen dabei im Fokus. Die Verkehrs- und Logistikexperten der PTV Group arbeiten schon heute daran.

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