Der Umwelt verpflichtet (1): Wie ökologisch kann Verkehrsplanung sein?

Mobilitätsbedürfnisse und Umweltbelange können in Einklang stehen – dafür stehen die Verkehrsberater der PTV Transport Consult GmbH.

Der Verkehr ist einer der maßgeblichen Einflussfaktoren auf unser Ökosystem. Daher sollte jeder Verantwortliche für Verkehrsinfrastrukturen oder Mobilitätsangebote die Auswirkungen auf die Umwelt stets mit im Blick haben, um negative Umwelteinflüsse zu minimieren. Dies gilt, wenn neue Maßnahmen umgesetzt ebenso wie für die Fälle, bei denen bestehende Bedingungen verbessert werden sollen.

Stellen Umweltschutz und Verkehr einen Widerspruch dar? Oder können Umweltbelange und Mobilitätsbedürfnisse durchaus in Einklang stehen? Die Karlsruher PTV Transport Consult ist in Deutschland das führende Beratungsunternehmen für Fragen zur Mobilität und wird In einer neuen Beitragsserie auf diese Fragen näher eingehen. Im ersten Teil erläutert Geschäftsführer Thomas Ferrero die Unternehmensphilosophie und erklärt, wie die Verkehrsplanung Umweltaspekte berücksichtigen kann:

Thomas Ferrero: Eine integrierte Verkehrsplanung betrachtet immer verschiedene, vielleicht auch gegenläufige Interessen und Ziele. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind dabei ein wichtiger Aspekt. Es geht aber auch darum, dass unsere Mobilität funktioniert und aufrechterhalten wird. Die Mobilität muss so optimiert werden, dass die Umwelt damit geschont wird. Viele Faktoren zählen dazu, wenn es darum geht, umweltfreundliche Mobilitätskonzepte zu entwickeln. Das Spektrum reicht je nach Situation von einer Förderung von Fahrrad- und Fußgängerverkehr über den öffentlichen Verkehr mit Bussen und Bahnen zur Elektromobilität oder auch neuen Mobilitätsformen wie Shared Services. Wir können mit unseren fachlichen Analysen und Untersuchungen einen wesentlichen Beitrag zu allen Aspekten des Verkehrs liefern.

compass: Welchen konkreten Beitrag können Verkehrsberater für die Umwelt leisten?

Thomas Ferrero: Entscheidungen werden in aller Regel politisch getroffen. Unser Beitrag ist vielschichtig. Als Berater unterstützen wir diejenigen, die für die Mobilität verantwortlich sind. Dazu zählen Straßenbaulastträger, Kommunen, Landesverwaltung, Aufgabenträger oder auch die Privatwirtschaft. Wir zeigen auf, modellieren und visualisieren, wie man Verkehr optimal abwickeln kann und welche Auswirkungen bestimmte Maßnahmen haben. Das heißt, dass wir beraten und Empfehlungen bzw. Entscheidungshilfen an die Hand geben. Es gibt natürlich keinen Automatismus, dass die Entscheider unsere Ratschläge dann auch annehmen.

compass: Welche typischen Fragen werden dabei untersucht?

Thomas Ferrero: Oftmals ist es bereits sehr hilfreich, wenn wir einfach aufzeigen, wie die Kombination der Verkehrsmittel der Aufgabenstellung am besten gerecht wird. Wir untersuchen dabei verschiedene Fragestellungen: Wie kann man den ÖPNV oder den Radverkehr besser einbinden? Wie können wir On-Demand-Systeme besser einführen oder nutzen? Das Gleiche gilt für das Thema Verkehrsmanagement. Welche Möglichkeiten gibt es, um unseren Verkehr clever zu managen? Hier sprechen wir z. B. von der Optimierung mittels Verkehrsbeeinflussungsanlagen, von verkehrsabhängig optimierten Ampelsteuerungen oder auch von neuen digitalen Anwendungen, bei denen beispielsweise Fahrzeuge miteinander oder mit der Infrastruktur direkt kommunizieren können. In letzter Zeit stehen Untersuchungen von neuen Ideen und Konzepten, wie Mobility as a Service (MaaS) bei unseren Kunden hoch im Kurs. Gerade im MaaS-Kontext machen wir bereits einige Projekte mit dem Softwareanbieter in unserer Firmengruppe, der PTV AG, zusammen.

compass: Saubere Luft und Fahrverbote für und in unseren Städten werden ja derzeit heiß diskutiert. Hat das Thema Umwelt bei euren Kundenanfragen mehr Raum bekommen?

Thomas Ferrero: Ja, absolut. Das spiegelt sich an der Vielzahl Untersuchungen wieder, die wir zurzeit durchführen und bei denen die Umwelt eine zentrale Rolle spielt. Der Handlungsdruck in den Kommunen hat sich letztendlich nach dem Dieselskandal und den jüngsten richterlichen Entscheidungen zu dem Thema Umweltbelastung in den Städten massiv verändert. Da sind wir derzeit ein gefragter Gesprächspartner.

compass: Gibt es noch Planungsprojekte, in denen einfach nur der Verkehr betrachtet wird oder ist immer auch ein Umweltaspekt dabei?

Thomas Ferrero: Es gibt auch Aufgaben, in denen allein verkehrliche Fragestellungen im Fokus stehen, wie bei der Fahrgasterhebung, der Verkehrssteuerung und im Verkehrsmanagement. Bei der Hälfte unserer Projekte ist auch ein Nachhaltigkeitsaspekt dabei. Und zur Nachhaltigkeit gehört natürlich mit einem wesentlichen Anteil der Umweltaspekt. Die Reduktion von Lärm, Emissionen u.a. sind selbstverständlich wichtige Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt. Aber zur Nachhaltigkeit gehört auch der Mensch in seinem sozialen Gefüge. Und dabei ist der Wunsch nach Mobilität ein wesentliches Element. Dieses Mobilitätsbedürfnis umweltschonend zu gestalten, ist unsere Aufgabe. Zur Nachhaltigkeit gehören aber auch Projekte, die andere Schwerpunkte in Bezug auf die Umwelt haben – beispielsweise die Verkehrssicherheit.

compass: Hat die PTV Transport Consult besondere Kompetenzen, die sie von anderen Beratern unterscheidet?

Thomas Ferrero: Ja, das haben wir. Durch unser breitgefächertes Portfolio haben wir zu allen Fragestellungen immer Experten dabei, die interdisziplinär und über „den Tellerrand hinaus“ unterstützen können. Das zweite ist, dass uns die Software des Mutterhauses wesentlich unterstützt und diese von den Kolleginnen und Kollegen mit ihren Kenntnissen virtuos genutzt wird. Wir kombinieren quantitative Ingenieursarbeit mit großer Beratungserfahrung. Diese Kombination macht uns so stark und ist Grundlage dafür, dass wir das führende Beratungsunternehmen Deutschlands für Fragen rund um die Mobilität sind.

consult.ptvgroup.com

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