Preis für Lebenswerk im Bereich Verkehrssimulation geht an Jaume Barceló

Der Preis für Jaume Barceló wurde von Kaan Ozbay und Dr. Mohammed Hadi auf dem Jahresmeeting der TRB im Januar 2019 in Washington übergeben.

Wir freuen uns sehr, dass das
Transport Research Board (TRB) unseren strategischen Berater, Jaume Barceló, für sein Lebenswerk im Bereich Verkehrssimulation ausgezeichnet hat. Der „Traffic Simulation Lifetime Achievement Award” wird an Personen vergeben, die sich seit über 20 Jahren aktiv mit wissenschaftlichen und/oder fachbezogenen Beiträgen zum Thema Verkehrssimulation eingebracht haben.

Jaume Barceló wurde für seine besonderen Leistungen zur Weiterentwicklung der mikroskopischen Verkehrssimulation geehrt. Während der offiziellen Preisverleihung honorierte der Vorsitzende des TRB-Ausschusses ausdrücklich Barcelós Beitrag zur Entwicklung und Verbreitung der mikroskopischen Simulation sowie seine führende Rolle in der Verkehrswirtschaft, in der er aktiv Workshops und Seminare zur Verkehrsmodellierung und -simulation organisiert hat.

Jaume Barceló war Mitbegründer der Firma TSS-Transport Simulation Systems und arbeitete viele Jahre als Professor und wissenschaftlicher Direktor an der Technischen Universität Barcelona. Heute ist er ein wichtiger strategischer Berater für die PTV-Gruppe.

Der Preis wird vom gemeinsamen Unterausschuss Verkehrssimulation vergeben, der 2005 gegründet wurde. Die erste Preisverleihung fand im Jahr 2007 statt und ist somit eine anerkannte Auszeichnung innerhalb der TRB-Community. Auch Wissenschaftler und Experten aus dem Bereich Verkehrssimulation und verwandter Themen sind sich der Bedeutung dieses Awards bewusst.

Jaume Barceló war so freundlich, uns drei Fragen zu beantworten:

Compass: Was bedeutet der Preis für dich?

Jaume Barceló: Diese Auszeichnung ehrt mich sehr. Insbesondere freue ich mich über die Anerkennung der Verkehrssimulations-Community, die mir damit signalisiert, dass ich einen für sie nützlichen Beitrag geleistet habe. Einen Beitrag, der sowohl Anwendern in Wissenschaft und Praxis als auch der Gesellschaft zugutekommt, da die praktische Einsatz zu besseren Lösungen führt. Der Preis würdigt diese Leistung; doch es ist insbesondere das Gefühl, anderen geholfen zu haben, das was mich glücklich macht.

Compass: Mit welchem aktuellen Verkehrsthema befasst du dich derzeit bzw. wirst du dich zukünftig befassen?

Jaume Barceló: Dynamische Modelle erfordern dynamischen Input. Dies ist ein alt bekanntes Problem, das für die Praxis noch nicht effizient gelöst wurde. Mit der Verfügbarkeit von Daten aus neuen Technologien ergeben sich zahlreiche neue Herausforderungen und Erwartungen an geeignete Lösungen.

Veränderungen in der Mobilität sind nicht nur an technologische Entwicklungen gekoppelt, denn Städte bilden heute komplexe, dynamische Lebenswelten. Auch gesellschaftliche Veränderungen tragen zum veränderten Mobilitätsverhalten der Menschen bei. Diesen Veränderungen Rechnung zu tragen und eine bessere Zukunft zu planen, sind spannende Aufgaben.

Dennoch sollten wir nicht außeracht lassen, wie der technologische Fortschritt unser Leben prägt. Diese Einflüsse gilt es entsprechend in unsere Modelle einzubeziehen, indem wir Übergangsszenarien für die kommenden Jahre erstellen und untersuchen, wie neue Technologien den Verkehrssektor durchdringen – ob reibungslos oder disruptiv. PTV-Software bietet die passende Unterstützung, um mögliche Antworten auf diese Herausforderungen zu integrieren und entsprechende Lösungen zu entwickeln.

Compass: Welcher Herausforderung müssen wir uns deiner Meinung nach aktuell stellen?

Jaume Barceló: Aktuell geht es insbesondere um das Zusammenspiel von vernetzten autonomen und konventionellen Fahrzeugen in den Übergangsszenarien und wie wir diese Entwicklung adäquat unter Berücksichtigung der Veränderungen in puncto Gesellschaft und Mobilität einbinden.

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