Auf dem Weg zur DiverCity

Am 8. März 2019 hat das CPB des ITF in Paris eine Gender-Initiative ins Leben gerufen. Foto: Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops „Einstellung und Bindung einer geschlechtsspezifischen Vielfalt von Arbeitskräften“

Bessere Möglichkeiten für Frauen in der Transport- und Logistikbranche! Das ist das Ziel einer neuen Initiative, die das Corporate Partnership Board (CPB) des International Transport Forums (ITF) pünktlich zum internationalen Frauentag ins Leben gerufen hat. Unser Kollege Paulo Humanes, Vice President Business Development & New Mobility, sprach darüber, wie man den Weg zur Gleichstellung der Geschlechter ebnen kann.

In Europa sind nur 22 % aller Beschäftigten im Verkehrssektor Frauen, bei den Entscheidungsträgern liegt der Anteil noch einmal deutlich niedriger. Mit über 2,25 Millionen Beschäftigten weltweit ist die Gruppe der Unternehmen, die über die CPB mit dem ITF zusammenarbeitet, eine wichtige Stimme in der Diskussion über Gender und Verkehr. Sie will ein Netzwerk aus Unternehmen des Transportsektors und verwandter Sektoren aufbauen, die zur Gewährleistung der Gleichstellung der Geschlechter beitragen.

Zum Start der Initiative am 8. März gab es einen eintägigen Workshop zum Thema „Einstellung und Bindung einer geschlechtsspezifischen Vielfalt von Arbeitskräften“ bei der OECD in Paris. Dort wurden Wege zu einer besseren Gleichstellung der Geschlechter im Verkehrssektor untersucht und die Unternehmen hatten Gelegenheit, sich über bewährte Verfahren auszutauschen.

Eine smart City muss eine DiverCity sein

Paulo Humanes, Vice President Business Development & New Mobility

Zu den Referenten zählte auch Paulo Humanes: „Mobilitätsmuster von Männern und Frauen sind unterschiedlich – Frauen nutzen weltweit häufiger öffentliche Verkehrsmittel. Zugleich haben sie Angst davor, in Bussen oder Bahnen sexuell belästigt zu werden. Das wiederum hat Einfluss auf ihren Zugang zu Chancen und auf ihre Lebensqualität. Städtebauliche Projekte müssen sicherstellen, dass Frauen in die Politikgestaltung, Entscheidungsfindung und Planung städtischer Verkehrssysteme einbezogen werden. Zu unseren Kunden gehören weltweit über 2500 Städte – so gestalten wir auch die Zukunft der Städte mit. Nur eine DiverCity hat das Zeug, zu einer smart City zu werden.“ Wir von PTV bieten weltweit führende Verkehrsplanungssoftware, um sie dabei zu unterstützen. So können sie alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer und ihre Interaktionen modellieren, öffentliche Verkehrsdienste planen und fortschrittliche, zukunftssichere Verkehrsstrategien und -lösungen entwickeln. „Dabei wollen wir sicherstellen, dass unsere Lösungen zu einer integrativen Stadtentwicklung beitragen – und die Beteiligung einer vielfältigen Belegschaft ist der Weg dorthin.“

Frauen machen Karriere

Beim Workshop hat Humanes den technischen Karriereweg bei PTV vorgestellt. Dieser gibt Kolleginnen und Kollegen, die keine Führungsposition anstreben, die Möglichkeit, eine Karriere aufzubauen und sich fachlich weiter zu entwickeln. Fachkompetenz ist hierbei die Grundlage für Weiterentwicklung. Dabei geht es nicht nur um die Wertschätzung und Förderung von Fachwissen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen motiviert werden, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten mit anderen zu teilen und sie ermutigen, eine aktive Rolle bei der Gestaltung des Handelns und der Entwicklung des Unternehmens zu spielen.

Bei der PTV Group liegt der Anteil der weiblichen Beschäftigten übrigens bei 32 Prozent. In der Softwareentwicklung arbeiten 22 % Frauen. Eine Auswertung der IT-Jobbörse Honeypot aus dem Jahr 2018 hat zum Vergleich gezeigt, dass der Frauenanteil in der IT in Deutschland allgemein bei 16 % liegt. Auch wenn wir über dem deutschen Durschnitt liegen, wollen wir uns weiter verbessern. Karriere-Entwicklungsprogramme sind keine Strategie, die man einmal absegnen und dann „vergessen“ kann. Sie sollten immer wieder hinterfragt und verbessert werden, um eine integrative und vielfältige Organisation zu gewährleisten.

Die Ergebnisse des Workshops werden in die Arbeit der ITF zum Thema Gender im Verkehr und in die breitere internationale Debatte einfließen, an der die ITF und ihre Unternehmenspartner in vielerlei Hinsicht aktiv beteiligt sind.

Das ITF fungiert als Think Tank für die Verkehrspolitik und organisiert jedes Jahr den Weltverkehrskongress mit internationalen Verkehrsministern. Die ITF ist die einzige globale Organisation, die alle Verkehrsträger abdeckt. Die ITF ist administrativ in die OECD integriert, aber politisch autonom. Das CPB hat die Aufgabe, Experten aus der Privatwirtschaft zu den Themen Transport und Verkehr für strategisch-politische Analysen einzubinden. Es ist ein globales Netzwerk von Unternehmen aus allen Verkehrsträgern und verkehrsrelevanten Branchen wie Energie, Finanzen oder IKT.