Gute Grundlage für geballte Ladung

Ladungstetris: Im EU-Projekt Clusters 2.0 wird derzeit die automatisierte Beladung mit der New Modal Unit Platform getestet.

Ladungstetris ist nicht so lustig, wie der Begriff suggeriert. Unterschiedliche Frachtstücke so platzsparend und effizient wie möglich auf Paletten zusammenzustellen, gehört zu den besonderen Herausforderungen der Transportlogistik. Abhilfe könnte die automatisierte Beladung einer speziellen Plattform außerhalb des Lkws leisten, wie sie derzeit für das EU-Projekt Clusters 2.0 getestet wird.

Marcel Huschebeck, Logistics Research Portfolio Manager bei der PTV Group, koordiniert das Projekt Clusters 2.0.

„Ein guter Anfang waren schon mal die modularen Sendungseinheiten, die wir entwickelt haben, um das Zusammenladen unterschiedlich großer und verschieden geformter Frachtstücke auf Paletten zu optimieren“, so Marcel Huschebeck von PTV, der das Projekt koordiniert. „Jetzt konzentrieren wir uns auf innovative Umladungstechnologie, die New Modular Loading Unit Platform. Das ist eine spezielle Grundlage in der Größe von Europaletten, auf der die Frachtstücke außerhalb des Lkws zusammengeladen und dann über ein Förderband auf das Rollenbett im Lkw transportiert werden. Der ganze Prozess läuft automatisiert“, erläutert Huschebeck.

Getestet haben die Forscher die neue Plattform Ende Januar bei Jan de Rijk Logistics in den Niederlanden sowie bei DHL und WFS World Flight Services in Brüssel. DHL liefert Fracht an WFS, wo diese dann „flugzeugfertig“ geladen wird, um es direkt an Flugzeuge zu liefern. „Wir haben das im normalen Betriebsablauf getestet, Bremstests gemacht, geschaut, wie es im Hochregallager läuft, natürlich auch, wie lange es dauert, eine Palette zu bauen und vieles mehr. Die Ergebnisse waren bisher schon vielversprechend“, sagt Huschebeck. „Trailer stehen zwischen ein und zwei Stunden zur Be- und Entladung an der Rampe. Da die NMLU die Breitenmaße eines Trailers genau abpasst und einen sogenannten Footprint, also Stellenplätze am Boden, für 5-Euro-Paletten bietet, können insbesondere inhomogene, palettierte Sendung viel schneller und effizienter gepackt und gestapelt werden. Fertig bestückte und ladungsgesicherte NMLU können in Minuten in den Lkw verladen werden, das verkürzt die Servicezeit für den Lkw erheblich und spart wertvolle Zeit für den Fahrer.“ In den folgenden Monaten wird die New Modular Loading Unit Platform bei weiteren Projektpartnern weiter getestet, optimiert und validiert.

  • New Modular Loading Unit Platform (NMLU): Bodenplatte mit fünf Paletten und speziellen Hauben für die Stapelbarkeit.

Das von der PTV koordinierte EU-Projekt Clusters 2.0 will den Akteuren Kooperation, Sichtbarkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit ihrer Frachtabläufe ermöglichen und die komplette Supply Chain verbessern. Im Mittelpunkt steht dabei ein multimodales logistisches Netzwerk aus mehreren Logistikhubs und -clustern. Einsatz, Performance und Koordination von Terminals und Hubs sollen auf Clusterebene verbessert werden. Darüber hinaus werden Lösungen entwickelt, um die operativen Umschlagskosten zu reduzieren. Dazu wurden Prototypen für neue modulare Ladeeinheiten (New Modular Loading Units) entwickelt. Außerdem werden Managementsysteme für Terminals entwickelt, um die Management-Kapazität an Terminals zu erhöhen und Überlastungen zu reduzieren. In Living Labs werden die Lösungen verbessert und validiert.