PTV Transport Consult: Neue Räume, tolle Projekte

Die PTV Transport Consult ist für die Bauüberwachung / Bauoberleitung zum Umbau der Tunnelleitzentrale in Hamburg zuständig.

Die Stuttgarter Niederlassung der PTV Transport Consult hat im neuen Jahr neue Büroräume bezogen. Wir sprechen mit Niederlassungsleiter Dr.-Ing. Hagen Schüller im Interview nicht nur über neue Räume, sondern auch über hochinteressante Projekte, die sein Team aktuell bearbeitet.

Seit 27 Jahren ist die PTV-Niederlassung in Stuttgart aktiv und hat sich als Standort etabliert und stetig entwickelt. Mit der Verkehrsleittechnik ging es damals los, die bis heute einen Schwerpunkt der Planungs- und Beratungsleistungen der PTV Transport Consult bildet. Mittlerweile nimmt die Planung von Leitzentralen unterschiedlichster Art einen großen Stellenwert in diesem Themengebiet ein. Ein zweites Themenfeld betrifft den Schutz und die Sicherheit von Infrastruktureinrichtungen, vor allem mit Risiko- und Gefahrgutanalysen für Straßentunnel. Das dritte und jüngste Themenfeld umfasst das Sicherheitsmanagement der Straßeninfrastruktur z. B. mit Verkehrssicherheitskonzepten für Städte.

Compass: Ihr seid erst kürzlich in ein neues Büro in Stuttgart gezogen.

Hagen Schüller: Ja, genau, seit Mitte Januar 2019 sind wir nun in unseren neuen Räumen zu finden. Unser Büro liegt wieder sehr zentral, in der Schwabstraße. Da ist auch direkt eine S-Bahn-Haltestelle, so sind wir gut zu erreichen. Viel wichtiger ist aber, dass wir den Kolleginnen und Kollegen ein ansprechendes und modernes Umfeld bieten. Wir sind nun auf einer Etage, man begegnet sich am Arbeitsplatz, auf dem Flur oder bespricht sich bei einem Kaffee an der Stehbar. Da kommt man gerne ins Büro.

Compass: Wie viele Kolleginnen und Kollegen seid ihr im Stuttgarter Büro?

Hagen Schüller: Wir sind hier aktuell ein Team von 13 Leuten vor Ort plus Aushilfskräfte und Praktikanten, wollen aber weiter wachsen. Unsere Auftragslage ist ganz ausgezeichnet und wir haben weitere Stellen ausgeschrieben, z. B. eine für den Bereich Verkehrssicherheit.

Compass: Das klingt ja sehr erfreulich! An welchen Projekten arbeitet ihr denn gerade in Stuttgart?

Dr.-Ing. Hagen Schüller, Bereichsleiter Verkehrssteuerung & -management am Standort Stuttgart der PTV Transport Consult

Hagen Schüller: Derzeit startet das Projekt zur Planung des Verkehrsleitsystems B10 im Umfeld des neuen Rosensteintunnels, welcher zukünftig in Stuttgart unter der Wilhelma verläuft. Hier arbeiten die Kollegen von der Verkehrsleittechnik und der Tunnelausstattung eng zusammen.

Außerdem planen wir, gemeinsam mit unseren Kollegen aus Berlin und Dresden sowie einem Hamburger Architekturbüro, die Leitstelle der Polizei im Deutschen Bundestag. Hier kommt uns unser Expertenwissen bei der Planung von Verkehrsleitzentralen zugute.

Ein weiteres, sehr großes Projekt ist die Bauüberwachung / Bauoberleitung zum Umbau der Tunnelleitzentrale in Hamburg. Diese soll zukünftig den Elbtunnel, einige Tunnel im Stadtgebiet Hamburgs sowie die neuen Tunnel im Rahmen der Erweiterung der A7 zwischen Hamburg und der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein auf sechs- bzw. achtstreifige Querschnitte überwachen und steuern. Die Komplexität des Projektes bedingt es, dass quasi alle Mitarbeiter aus der Verkehrsleittechnik gemeinsam an diesem Projekt mitarbeiten.

Gleichzeitig sind wir immer wieder mit gutachterlichen Tätigkeiten wie Risiko- und Gefahrgutanalysen für diese Tunnel aktiv. Außerdem haben wir erst kürzlich den Verlauf einer Hochspannungsleitung entlang einer Raffinerie an der A26 in Hamburg im Rahmen einer Gefährdungsanalyse bewertet.

Compass: Und welche Projekte bearbeitet ihr gerade im Bereich der Verkehrssicherheit?

Hagen Schüller: Das reicht von eher lokalen Projekten, etwa Sicherheitsaudits für einzelne Straßenzüge in Stuttgart, über nationale Projekte wie die Organisation des zukünftigen Verkehrssicherheitsprogramm des Bundes für 2021-30, das wir leiten, bis hin zu internationalen Großprojekten. So arbeiten wir beispielsweise in Addis Abeba an zwei neuen Projekten. Das eine betrifft die ITS-Infrastruktur, von der Lichtsignalanlage bis zur Verkehrsleitzentrale, die für diese wachsende Stadt komplett neu aufgesetzt werden soll. Hier sind wir bei den Themen Verkehrsmanagement und Verkehrssicherheit dabei. In dem zweiten Projekt in Addis Abeba geht es um Mercato, den größten Freiluftmarktplatz in ganz Afrika. Hier beurteilen wir als Verkehrssicherheitsauditoren die neu geplanten Straßen.

Compass: Was hat es mit dem Bundesverkehrssicherheitsprogramm auf sich?

Hagen Schüller: Die BASt hat uns mit der Organisation des neuen Verkehrssicherheitsprogramms des Bundes für die kommende Dekade beauftragt. Dabei wird auch eine übergreifende Strategie zur Verbesserung der Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland diskutiert werden. Das Projekt wird mit einem Konsortium unter unserer Leitung bearbeitet und bringt verschiedenste Fachleute wie Verkehrspsychologen, Unfallmediziner und Verkehrsrechtler zusammen. Die Vision Zero, die auch Bestandteil des aktuellen Koalitionsvertrages ist, spielt ebenfalls eine Rolle. Das zukünftige Verkehrssicherheitsprogramm soll breiter abgestützt werden. Daher werden wir mit allen relevanten Vertretern der öffentlichen Hand auf Ebene Bund, Länder und Kommunen, aber auch mit der Industrie, den Verbänden und den Forschungsinstitutionen sprechen.

Compass: Welchen Mehrwert hat eine Verkehrsteilnehmerin oder ein Verkehrsteilnehmer konkret durch eure Beratungsdienstleistung?

Hagen Schüller: Wir schaffen die Grundlage, damit sie pünktlich zum Ziel kommen – Stichwort Verkehrsleittechnik – und vor allem auch sicher unterwegs sind. Das gilt nicht nur für den motorisierten Verkehr, sondern auch für Zu Fuß Gehende und Radfahrende. Da prüfen und betreuen wir beispielsweise in einem Pilotversuch – im Auftrag der BASt und in Zusammenarbeit mit mehreren Städten – die Anordnung des Grünpfeils ausschließlich für Radfahrende.

Compass: Was war für dich persönlich das bislang wichtigste oder spannendste Projekt, das du für PTV bearbeitet hast? 

Hagen Schüller: Da mein Herz besonders für das Thema Verkehrssicherheit schlägt: Das Verkehrssicherheitsprogramm des Bundes für die nächste Dekade. Aber ich kann mich auch für die fachgebiets- und bereichsübergreifenden Projekte oder für Projekte in Afrika begeistern, wo wir aktuell in Botswana, Südafrika und Äthiopien tätig sind.

Compass: Welches Verkehrsprojekt würdest du gerne mal für Stuttgart in Angriff nehmen? 

Hagen Schüller: Ein Verkehrssicherheitskonzept, wie wir es zum Beispiel schon für München gemacht haben – mit dem Ziel, Vision Zero Wirklichkeit werden zu lassen.