FeGiS+ Projektstart: Sicherere Straßen durch Früherkennung von Gefahrenstellen

Im Juli 2019 fand die Auftaktveranstaltung zum Projekt FeGiS+ statt.

Das Gefahrenpotential auf deutschen Straßen ist unverändert hoch: Während bis zum Jahr 2010 ein kontinuierlicher Rückgang der Verkehrstoten erreicht werden konnte, steigt seitdem die Zahl aller Unfälle und Verletzten wieder an. Ursachen hierfür finden sich z.B. im erhöhten Verkehrsaufkommen, Stress im Alltag oder durch Ablenkung. So werden Gefahrensituationen oft nicht richtig eingeschätzt oder erkannt. Dabei wären die Früherkennung von Gefahrenstellen und ein angepasstes Verhalten im Verkehr extrem wichtig.

Genau hier setzt das Projekt FeGiS+ an, um Risiken und Gefahrenpotentiale proaktiv zu identifizieren und Verkehrsunfälle zu verhindern. Das Ziel ist, Gefahrenstellen frühzeitig zu entschärfen und andererseits Verkehrsteilnehmer besser zu warnen, so dass diese ihr Verhalten bzw. ihre Fahrweise anpassen können. Das laufende Projekt „Früherkennung von Gefahrenstellen im Straßenverkehr durch Smart Data – FeGiS+“ wird im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) mit insgesamt 1.081.665 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Kombination relevanter Datenquellen für Gefahrenscore

Erreicht wird das Ziel von FeGiS+ durch die Erschließung, Digitalisierung, Anreicherung und Aufbereitung von Informationen zu Gefahrenstellen. Bestehende Datenquellen wie z.B. polizeiliche Unfalldaten werden genutzt und mit neuen zusätzlichen Informationen verschnitten. So können über die Webseite www.gefahrenstellen.de und die dazugehörige Smartphone-App Verkehrsteilnehmer selbst proaktiv Gefahrenstellen melden. Die Verschneidung und Analyse erhöht die Qualität und Genauigkeit der Daten und trägt dazu bei, neue oder gerade erst entstehende Gefahrenpunkte proaktiv identifizieren zu können.

Die Ergebnisse sollen zu einem „Gefahrenscore“ aggregiert werden, um diesen zu visualisieren und für Verkehrsteilnehmer nutzbar zu machen. Weiterhin sollen diese deutschlandweit erfassten Daten einheitlich aufbereitet und in einer Cloud für verschiedene Anwendergruppen wie zum Beispiel Kommunen, Polizei, Wirtschaft, wissenschaftliche Einrichtungen und Verkehrsplanungsbüros digital zur Verfügung gestellt werden.

Breite Expertise

Das Projektkonsortium setzt sich aus namhaften Partnern zusammen, die bereits eine langjährige Erfahrung in den für das Projekt FeGiS+ relevanten Teilbereichen aufweisen. Die Initiative für sicherere Straßen hat als Verbundkoordinator bereits im Rahmen der FeGiS Machbarkeitsstudie mit dem Institut für Straßenwesen der RWTH Aachen erfolgreich zusammengearbeitet. Weitere Projektpartner im Rahmen von FeGiS+ sind das Team Verkehrswissenschaft & Verkehrspsychologie der Deutschen Hochschule der Polizei, die PTV Planung Transport Verkehr AG sowie die DTV-Verkehrsconsult GmbH.

Über den mFUND des BMVI:

Im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND fördert das BMVI seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um datenbasierte digitale Anwendungen für die Mobilität 4.0. Neben der finanziellen Förderung unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie den Zugang zum Datenportal mCLOUD. Weitere Informationen finden Sie unter www.mfund.de.